Definieren der Anforderungen für Konferenzen

Lync Server 2010
 

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-10-16

Die Festlegung, welche Konferenzfunktionen bereitgestellt werden sollen, hängt nicht nur davon ab, welche Funktionen Sie Ihren Benutzern zur Verfügung stellen möchten, sondern auch von der verfügbaren Netzwerkbandbreite.

Die folgenden Fragen unterstützen Sie bei der Planung der Konferenzfunktionen und erleichtern die Ermittlung der Konferenzfunktionen, die Sie basierend auf den Anforderungen Ihrer Organisation bereitstellen sollten.

  • Sollen Webkonferenzfunktionen bereitgestellt werden, die eine gemeinsame Verwendung von Dokumenten und Anwendungen umfassen?

    Wenn ja, müssen Sie die Konferenzfunktion für Ihren Front-End-Pool im Microsoft Lync Server 2010-Planungstool oder im Topologie-Generator aktivieren. Beim Aktivieren der Konferenzfunktionen werden sowohl Webkonferenzen als auch A/V-Konferenzen aktiviert.

    Für die Anwendungsfreigabe ist eine höhere Netzwerkbandbreite erforderlich als für die Dokumentzusammenarbeit. Die Microsoft Lync Server 2010-Kommunikationssoftware bietet einen Drosselungsmechanismus zum Steuern der einzelnen Sitzungen für die Anwendungsfreigabe. In der Standardeinstellung ist für jede Sitzung 1,5 KB/s festgelegt.

    Wenn Sie die Anwendungsfreigabe nicht aktivieren, die Funktion zur Dokumentzusammenarbeit jedoch bereitstellen möchten, können Sie die Konferenzfunktionen aktivieren und die Anwendungsfreigabe mithilfe von Besprechungsrichtlinien deaktivieren.

  • Sollen A/V-Konferenzen aktiviert werden?

    Wenn ja, müssen Sie die Konferenzfunktion für Ihren Front-End-Pool im Lync Server 2010-Planungstool oder im Topologie-Generator aktivieren. Beim Aktivieren der Konferenzfunktionen werden sowohl Webkonferenzen als auch A/V-Konferenzen aktiviert.

    Für A/V-Konferenzen ist eine höhere Netzwerkbandbreite erforderlich als für Webkonferenzen (diese umfassen Dokumentzusammenarbeit und Anwendungsfreigabe). Wenn Sie A/V-Konferenzen nicht aktivieren, das Feature für Webkonferenzen jedoch bereitstellen möchten, können Sie die Konferenzfunktionen aktivieren und A/V-Konferenzen mithilfe von Besprechungsrichtlinien deaktivieren.

    Wenn Sie Audiokonferenzen, jedoch keine Videokonferenzen zulassen möchten, können Sie die A/V-Konferenzfunktion aktivieren und Videokonferenzen mithilfe von Besprechungsrichtlinien verhindern. Alternativ können Sie A/V-Konferenzen aktivieren und das Starten von oder Teilnehmen an A/V-Konferenzen nur für bestimmte Benutzer zulassen.

    noteHinweis:
    Enterprise-VoIP ist für A/V-Konferenzen nicht erforderlich. Bei Aktivierung der A/V-Konferenzfunktion können Ihre Benutzer Audio zu ihren Konferenzen hinzufügen, wenn sie über Audiogeräte verfügen (selbst bei Verwendung eines Nebenstellensystems als Telefonlösung).
  • Sollen Benutzer bei Verwendung eines Festnetztelefons am Audioteil von Konferenzen teilnehmen können?

    Wenn ja, stellen Sie Einwahlkonferenzen bereit und aktivieren Sie sie. Eingeladene Benutzer innerhalb und außerhalb Ihrer Organisation können anschließend unter Verwendung eines Festnetztelefons am Audioteil von Konferenzen teilnehmen.

  • Sollen externe Benutzer mit Lync Server-Clients an den aktivierten Konferenztypen teilnehmen können?

    Wenn ja, müssen Sie Edgeserver bereitstellen. Indem Sie die Teilnahme an Besprechungen durch externe Benutzer zulassen, maximieren Sie Ihre Investitionen in Lync Server. So können beispielsweise Benutzer mit Labtops, auf denen Microsoft Lync 2010 installiert ist, von einem beliebigen Standort aus – zuhause, am Flughafen oder am Kundenstandort – an Konferenzen teilnehmen.

    Wenn Sie Edgeserver bereitstellen, können Sie zudem Partnerverbundbeziehungen mit anderen Organisationen – z. B. Ihren Kunden oder Lieferanten – einrichten, sodass Benutzer dieser Organisationen einfacher mit Ihren Benutzern zusammenarbeiten können.

  • Möchten Sie die verfügbaren Clients für die Teilnahme an Lync Server-Besprechungen steuern?

    Wenn ja, konfigurieren Sie die Seite mit den Einstellungen für den Besprechungsbeitritt so, dass nur die Clientoptionen verfügbar sind, die Sie unterstützen möchten. Wenn ein Benutzer auf einen Link zum Beitreten zu einer geplanten Besprechung klickt, ermittelt Lync Server, ob bereits ein Client auf dem Computer installiert ist. Anschließend wird der Standardclient gestartet, und die Seite für den Besprechungsbeitritt wird geöffnet, auf der Links für alternative Clients angezeigt werden. Die Seite für den Besprechungsbeitritt enthält immer die Option zur Verwendung von Microsoft Lync Web App. Sie können festlegen, ob zusätzlich zu dieser Option Links für Microsoft Lync 2010 Attendee und vorherige Versionen von Communicator angezeigt werden sollen. Ausführliche Informationen finden Sie unter Konfigurieren der Seite für den Besprechungsbeitritt.

Zum Planen von A/V-Konferenzen müssen Sie die erforderliche Netzwerkbandbreite für den Typ der Konferenzmedien kennen, die in Ihrer Organisation verwendet werden.

Bevor Sie Benutzer für A/V-Konferenzen aktivieren, müssen Sie sicherstellen, dass die resultierende Last in Ihrem Netzwerk verarbeitet werden kann. Eine zu geringe Netzwerkbandbreite kann zu einem stark beeinträchtigten Benutzererlebnis führen. Mithilfe einer neuen Funktion in Lync Server 2010, der Anrufsteuerung, können Sie die von A/V-Konferenzen belegte Netzwerkbandbreite verwalten. Ausführliche Informationen finden Sie unter Übersicht über die Anrufsteuerung.

Weitere Informationen zu den Anforderungen hinsichtlich der Medienbandbreite finden Sie unter Netzwerkbelegung durch Mediendatenverkehr.

Bei Bereitstellung der Audiokonferenzfunktion in Ihrem Netzwerk benötigen Ihre Benutzer Audiogeräte (z. B. Headsets), um an diesen Konferenzen teilzunehmen. Wenn Sie auch die Videokonferenzfunktion bereitstellen, müssen Sie Videogeräte (z. B. Webcams) für Benutzer und das RoundTable-Gerät für Konferenzräume bereitstellen.

Für ein optimales Benutzererlebnis wird die Verwendung von UC-Geräten (Unified Communications) empfohlen, die von Microsoft für alle Gerätetypen zertifiziert sind. Ausführliche Informationen zu für Unified Communications zertifizierten Geräten finden Sie in "Telefone und Geräte für Microsoft Office Communicator" unter http://go.microsoft.com/fwlink/?linkid=186185&clcid=0x407.

Sowohl für Audio- als auch für Videogeräte sind Gerätebereitstellung und Benutzerschulungen wichtige Aspekte, die für eine maximale Rendite der Konferenzinvestitionen berücksichtigt und geplant werden müssen.

Sie können Ihre Investition in die Lync Server-Konferenzfunktion maximieren, indem Sie die Besprechungsteilnahme durch externe Benutzer zulassen, wenn diese zu Konferenzen eingeladen werden. Bei externen Benutzern handelt es sich u. a. um folgende Benutzertypen:

  • Remotebenutzer   Benutzer Ihrer Organisation, die außerhalb der Organisationsfirewalls arbeiten und Laptops oder andere Lync Server-Geräte verwenden.

  • Partnerbenutzer   Benutzer aus Unternehmen, mit denen Sie zusammenarbeiten und die Lync Server ebenfalls ausführen. Damit Ihre Benutzer diese Benutzer problemlos kontaktieren können, erstellen Sie Partnerverbundbeziehungen mit diesen Unternehmen.

  • Anonyme Benutzer   Alle anderen externen Benutzer, die von Ihren Benutzern zur Teilnahme an bestimmten Konferenzen eingeladen werden. Der Organisator einer Besprechung in Ihrem Unternehmen kann eine E-Mail-Einladung für eine Konferenz an einen externen Benutzer senden. Diese E-Mail enthält einen Link, über den der externe Benutzer an der Konferenz teilnehmen kann.

Zum Aktivieren eines oder aller dieser Szenarien stellen Sie einen Edgeserver für die sichere Kommunikation zwischen Ihrer Lync Server-Bereitstellung und externen Benutzern bereit. Die Lync Server-Lösung mit Edgeservern bietet eine höhere Medienqualität als andere Lösungen (wie z. B. virtuelle private Netzwerke). Ausführliche Informationen finden Sie unter Planen des Zugriffs externer Benutzer.

Unabhängig davon, ob Sie Edgeserver bereitstellen oder nicht, können Sie für Benutzer (innerhalb oder außerhalb Ihrer Organisationen) zudem die Einwahl über standardmäßige Festnetztelefone zulassen, um an lokalen Audiokonferenzen teilzunehmen. Zu diesem Zweck werden Lync Server-Einwahlkonferenzen bereitgestellt.

Lync Server 2010 umfasst eine Vielzahl von Verbesserungen und Erweiterungen im Hinblick auf die Konferenzfunktionen. Ausführliche Informationen zu diesen Änderungen finden Sie unter Neue Konferenzfunktionen.

Aufgrund dieser Änderungen müssen Sie sich jedoch einiger Interoperabilitätsprobleme bei den Konferenzfunktionen in Lync Server 2010 bewusst sein. Wenn Sie Lync Server 2010 mit vorherigen Versionen von Office Communications Server und den zugehörigen Clients einsetzen, beachten Sie folgende Probleme:

  • Benutzer mit Lync 2010 können keine Live Meeting-Onlinekonferenzen planen und keine migrierten Besprechungen dieses Typs ändern.

  • Benutzer mit Lync 2010, die an Live Meeting-Onlinekonferenzen teilnehmen müssen, die auf Servern mit Office Communications Server 2007 R2 gehostet werden, benötigen für die Teilnahme an diesen Besprechungen einen Live Meeting-Client auf Ihrem Computer (zusätzlich zu Lync 2010).

  • Wenn Live Meeting-Onlinekonferenzen nach Lync Server 2010 migriert werden, werden die Besprechungsinhalte nicht migriert. Wenn diese Inhalte benötigt werden, müssen sie erneut hochgeladen werden.

  • Benutzer, die von vorherigen Versionen von Office Communications Server zu Lync Server 2010 migriert werden und Lync 2010 verwenden, erhalten beim erstmaligen Planen einer Einwahlkonferenz eine neue zugewiesene Einwahlkonferenz-ID. Unter Verwendung dieser neuen zugewiesenen Einwahlkonferenz-ID können die Benutzer Besprechungen planen und an diesen teilnehmen. Die alte ID kann weiterhin für zuvor geplante Besprechungen verwendet werden, neu geplanten Besprechungen wird jedoch die neue ID zugewiesen.

  • Benutzer in Partnerorganisationen, die Microsoft Office Communicator 2007- oder Microsoft Office Communicator 2005-Clients verwenden, können nur an Lync Server 2010-Besprechungen in Ihrer Organisation teilnehmen, wenn der Zugangstyp für die Besprechung auf Jeder festgelegt ist. Partnerbenutzer können nur an geschlossenen Besprechungen (unternehmensinterne oder eingeladene Teilnehmer) oder Besprechungen teilnehmen, die vom Organisator gesperrt wurden, wenn sie einen Lync 2010-Client verwenden.

 
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