Erstellen oder Konfigurieren eines Verfügbarkeitsgruppenlisteners (SQL Server)

 

Gilt für: SQL Server 2016

In diesem Thema wird die Erstellung oder Konfiguration eines einzelnen Verfügbarkeitsgruppenlisteners für eine Always On-Verfügbarkeitsgruppe beschrieben. Dazu wird SQL Server Management Studio, Transact-SQL oder PowerShell in SQL Server 2016 verwendet.

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Für die Erstellung des ersten Verfügbarkeitsgruppenlisteners einer Verfügbarkeitsgruppe empfehlen wir dringend die Verwendung von SQL Server Management Studio, Transact-SQL oder SQL Server PowerShell. Vermeiden Sie, einen Listener direkt im WSFC-Cluster zu erstellen, sofern dies nicht unbedingt notwendig ist (z. B. bei der Erstellung eines zusätzlichen Listeners).

Ist bereits ein Listener für diese Verfügbarkeitsgruppe vorhanden?

So ermitteln Sie, ob bereits ein Listener für die Verfügbarkeitsgruppe vorhanden ist

System_CAPS_ICON_note.jpg Hinweis


Wenn ein Listener bereits vorhanden ist und Sie einen zusätzlichen Listener erstellen möchten, siehe So erstellen Sie einen zusätzlichen Listener für eine Verfügbarkeitsgruppe (Optional) weiter unten in diesem Thema.

Einschränkungen

  • Sie können anhand von SQL Servernur einen Listener pro Verfügbarkeitsgruppe erstellen. In der Regel erfordert jede Verfügbarkeitsgruppe nur einen Listener. Einige Kundenszenarien erfordern jedoch mehrere Listener für eine Verfügbarkeitsgruppe. Nachdem Sie mit SQL Server einen Listener erstellt haben, können Sie Windows PowerShell für Failovercluster oder den WSFC Failovercluster-Manager verwenden, um zusätzliche Listener zu erstellen. Weitere Informationen finden Sie weiter unten in diesem Thema unter So erstellen Sie einen zusätzlichen Listener für eine Verfügbarkeitsgruppe (optional).

Empfehlungen

Die Verwendung einer statischen IP-Adresse wird zwar empfohlen, ist für Multisubnetz-Konfigurationen jedoch nicht unbedingt erforderlich.

Voraussetzungen

  • Sie müssen mit der Serverinstanz verbunden sein, die das primäre Replikat hostet.

  • Wenn Sie einen Verfügbarkeitsgruppenlistener für mehrere Subnetze einrichten und beabsichtigen, statische IP-Adressen zu verwenden, müssen Sie die statische IP-Adresse jedes Subnetzes abrufen, von dem ein Verfügbarkeitsreplikat für die Verfügbarkeitsgruppe gehostet wird, für die Sie den Listener erstellen. Normalerweise müssen Sie die Netzwerkadministratoren um die statischen IP-Adressen bitten.

System_CAPS_ICON_important.jpg Wichtig


Vor dem Erstellen des ersten Listeners empfehlen wir dringend, dass Sie Always On-Clientkonnektivität (SQL Server) lesen.

Anforderungen für den DNS-Namen eines Verfügbarkeitsgruppenlisteners

Für jeden Verfügbarkeitsgruppenlistener ist ein DNS-Hostname erforderlich, der in der Domäne und in NetBIOS eindeutig ist. Der DNS-Name ist ein Zeichenfolgenwert. Dieser Name darf nur alphanumerische Zeichen, Bindestriche (-) und Unterstriche (_) enthalten (in beliebiger Reihenfolge). Bei DNS-Hostnamen muss die Groß-/Kleinschreibung beachtet werden. Die maximale Länge beträgt 63 Zeichen, die maximale Länge, die in SQL Server Management Studioangegeben werden kann, ist jedoch 15 Zeichen.

Wir empfehlen, dass Sie eine sinnvolle Zeichenfolge angeben. Für eine Verfügbarkeitsgruppe mit dem Namen AG1 wäre ein sinnvoller DNS-Hostname z. B. ag1-listener.

System_CAPS_ICON_important.jpg Wichtig


NetBIOS erkennt nur die ersten 15 Zeichen im dns_name. Wenn Sie zwei WSFC-Cluster verwenden, die vom gleichen Active Directory gesteuert werden, und Sie versuchen, Verfügbarkeitsgruppenlistener in beiden Clustern mit Namen mit mehr als 15 Zeichen und einem identischen 15-Zeichen-Präfix zu erstellen, erhalten Sie eine Fehlermeldung mit dem Hinweis, dass die VNN-Ressource nicht online geschaltet werden konnte. Informationen zu Präfix-Benennungsregeln für DNS-Namen finden Sie unter Zuweisen von Domänennamen.

Windows-Berechtigungen

BerechtigungenLink
Das Clusternamenobjekt (CNO) des WSFC-Clusters, der die Verfügbarkeitsgruppe hostet, muss über die Berechtigung zum Erstellen von Computerobjekten verfügen.

Standardmäßig weist ein CNO in Active Directory die Berechtigung zum Erstellen von Computerobjekten nicht explizit auf und kann 10 virtuelle Computerobjekte (Virtual Computer Objects, VCOs) erstellen. Nach der Erstellung von 10 VCOs können keine weiteren VCOs erstellt werden. Sie können das vermeiden, indem Sie dem CNO des WSFC-Clusters die Berechtigung explizit erteilen. Beachten Sie, dass VCOs gelöschter Verfügbarkeitsgruppen in Active Directory nicht automatisch gelöscht werden. Sie werden auf die Standardbeschränkung von 10 VCOs angerechnet, sofern sie nicht manuell gelöscht werden.

Hinweis: In einigen Organisationen verhindert die Sicherheitsrichtlinie, dass einzelnen Benutzerkonten die Berechtigung zum Erstellen von Computerobjekten erteilt wird.
Schritte für die Konfiguration des Kontos für den Benutzer, der den Cluster installiert in Failover Cluster Step-by-Step Guide: Configuring Accounts in Active Directory (Schritt-für-Schritt-Anleitung für Failover Cluster: Konfigurieren von Konten in Active Directory).

 Schritte für die Vorabbereitstellung des Clusternamenkontos in Failover Cluster Step-by-Step Guide: Configuring Accounts in Active Directory (Schritt-für-Schritt-Anleitung für Failover Cluster: Konfigurieren von Konten in Active Directory).
Falls in der Organisation erforderlich ist, dass das Computerkonto für den Namen eines virtuellen Listenernetzwerks vorab bereitgestellt wird, müssen Sie Mitglied der Gruppe Account Operator sein oder den Domänenadministrator um Unterstützung bitten.Schritte für die Vorabbereitstellung eines Kontos für einen gruppierten Dienst oder eine gruppierte Anwendung in Failover Cluster Step-by-Step Guide: Configuring Accounts in Active Directory (Schritt-für-Schritt-Anleitung für Failover Cluster: Konfigurieren von Konten in Active Directory).
System_CAPS_ICON_tip.jpg Tipp


Im Allgemeinen ist es am einfachsten, das Computerkonto für den Namen eines virtuellen Listenernetzwerks nicht vorab bereitzustellen. Lassen Sie bei der Ausführung des Assistenten für die hohe WSFC-Verfügbarkeit nach Möglichkeit die automatische Erstellung und Konfiguration des Kontos zu.

SQL Server-Berechtigungen

TaskBerechtigungen
So erstellen Sie einen VerfügbarkeitsgruppenlistenerErfordert die Mitgliedschaft in der festen sysadmin -Serverrolle und die CREATE AVAILABILITY GROUP-Serverberechtigung, ALTER ANY AVAILABILITY GROUP-Berechtigung oder CONTROL SERVER-Berechtigung.
So ändern Sie einen vorhandenen VerfügbarkeitsgruppenlistenerErfordert die ALTER AVAILABILITY GROUP-Berechtigung für die Verfügbarkeitsgruppe, die CONTROL AVAILABILITY GROUP-Berechtigung, die ALTER ANY AVAILABILITY GROUP-Berechtigung oder die CONTROL SERVER-Berechtigung.
System_CAPS_ICON_tip.jpg Tipp


Der Assistent für neue Verfügbarkeitsgruppen unterstützt Sie bei der Erstellung eines Listeners für eine neue Verfügbarkeitsgruppe.

So erstellen oder konfigurieren Sie einen Verfügbarkeitsgruppenlistener

  1. Stellen Sie im Objekt-Explorer eine Verbindung mit der Serverinstanz her, die das primäre Replikat der Verfügbarkeitsgruppe hostet, und klicken Sie zum Erweitern der Serverstruktur auf den Servernamen.

  2. Erweitern Sie die Knoten Always On High Availability (Always On Hochverfügbarkeit) und Verfügbarkeitsgruppen.

  3. Klicken Sie auf die Verfügbarkeitsgruppe, deren Listener Sie konfigurieren möchten, und wählen Sie eine der folgenden Alternativen aus:

    • Klicken Sie zum Erstellen eines Listeners mit der rechten Maustaste auf den Knoten Verfügbarkeitsgruppenlistener, und wählen Sie den Befehl Neuer Listener aus. Das Dialogfeld Neuer Verfügbarkeitsgruppenlistener wird geöffnet. Weitere Informationen finden Sie weiter unten in diesem Thema unter Verfügbarkeitsgruppenlistener hinzufügen (Dialogfeld).

    • Erweitern Sie zum Ändern der Portnummer eines vorhanden Listeners den Knoten Verfügbarkeitsgruppenlistener, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Listener, und wählen Sie den Befehl Eigenschaften aus. Geben Sie die neue Portnummer in das Feld Port ein, und klicken Sie auf OK.

Neuer Verfügbarkeitsgruppenlistener (Dialogfeld)

DNS-Name des Listeners
Gibt den DNS-Hostnamen des Verfügbarkeitsgruppenlisteners an. Der DNS-Name ist eine Zeichenfolge, die in der Domäne und in NetBIOS eindeutig sein muss. Dieser Name darf nur alphanumerische Zeichen, Bindestriche (-) und Unterstriche (_) enthalten (in beliebiger Reihenfolge). Bei DNS-Hostnamen muss die Groß-/Kleinschreibung beachtet werden. Die maximale Länge beträgt 15 Zeichen.

Weitere Informationen finden Sie weiter oben in diesem Thema unter Anforderungen für den DNS-Namen eines Verfügbarkeitsgruppenlisteners.

Port
Der von diesem Listener verwendete TPC-Port.

Netzwerkmodus
Gibt das vom Listener verwendete TCP-Protokoll an. Folgende Werte sind möglich:

DHCP
Der Listener verwendet eine dynamische IP-Adresse, die von einem Server mit dem Dynamic Host Configuration-Protokoll (DHCP) zugewiesen wird. DHCP ist auf ein einzelnes Subnetz beschränkt.

System_CAPS_ICON_important.jpg Wichtig


DHCP wird in einer Produktionsumgebung nicht empfohlen. Wenn die DHCP-IP-Leasedauer bei einer Downtime abläuft, ist eine Verlängerung erforderlich, um die neue IP-Adresse des DHCP-Netzwerks zu registrieren, die dem DNS-Namen des Listeners zugeordnet ist, was sich auf die Clientkonnektivität auswirkt. DHCP eignet sich jedoch gut zum Einrichten der Entwicklungs- und Testumgebung, um grundlegende Funktionen von Verfügbarkeitsgruppen und die Integration in Ihre Anwendungen zu überprüfen.

Statische IP
Der Listener verwendet mindestens eine statische IP-Adresse. Zusätzliche IP-Adressen sind optional. Sie müssen zum Erstellen eines Verfügbarkeitsgruppenlisteners für mehrere Subnetze für alle Subnetze eine statische IP-Adresse in der Listenerkonfiguration angeben. Wenden Sie sich an Ihren Netzwerkadministrator, um diese statischen IP-Adressen abzurufen.

Wenn Sie Statische IP auswählen, wird unter dem Feld Netzwerkmodus ein Subnetzraster angezeigt. Dieses Raster enthält Informationen zu allen Subnetzen, auf die von diesem Verfügbarkeitsgruppenlistener zugegriffen werden kann. Dieses Raster ist leer, bis Sie eine statische IP-Adresse hinzufügen, indem Sie auf Hinzufügenklicken.

Es gibt folgende Spalten:

Subnetz
Zeigt den Bezeichner aller Subnetze an, die Sie dem Verfügbarkeitsgruppenlistener hinzufügen.

IP-Adresse
Zeigt die IP-Adresse eines bestimmten Subnetzes an. Für ein bestimmtes Subnetz ist die IP-Adresse entweder eine IPv4-Adresse oder eine IPv6-Adresse.

Hinzufügen
Klicken Sie zum Hinzufügen einer statischen IP-Adresse zu einem ausgewählten Subnetz oder einem anderen Subnetz für diesen Listener auf diese Option. Das Dialogfeld IP-Adresse hinzufügen wird geöffnet. Weitere Informationen finden Sie im Hilfethema Dialogfeld IP-Adresse hinzufügen(SQL Server Management Studio).

Entfernen
Klicken Sie, um das ausgewählte Subnetz von diesem Listener zu entfernen.

OK
Klicken Sie, um den angegebenen Verfügbarkeitsgruppenlistener zu erstellen.

So erstellen oder konfigurieren Sie einen Verfügbarkeitsgruppenlistener

  1. Stellen Sie eine Verbindung mit der Serverinstanz her, die das primäre Replikat hostet.

  2. Verwenden Sie die LISTENER-Option der CREATE AVAILABILITY GROUP -Anweisung oder die ADD LISTENER-Option der ALTER AVAILABILITY GROUP -Anweisung.

    Im folgenden Beispiel wird einer vorhandenen Verfügbarkeitsgruppe namens MyAg2ein Verfügbarkeitsgruppenlistener hinzugefügt. Der eindeutige DNS-Name MyAg2ListenerIvP6wird für diesen Listener angegeben. Da sich zwei Replikate in unterschiedlichen Subnetzen befinden, verwendet der Listener entsprechend der Empfehlung statische IP-Adressen. Für die beiden Verfügbarkeitsreplikate gibt die WITH IP-Klausel jeweils die statische IP-Adresse 2001:4898:f0:f00f::cf3c and 2001:4898:e0:f213::4ce2an, die das IPv6-Format verwendet. In diesem Beispiel wird zudem das optionale PORT-Argument verwendet, um Port 60173 als Listenerport anzugeben.

    ALTER AVAILABILITY GROUP MyAg2   
          ADD LISTENER ‘MyAg2ListenerIvP6’ ( WITH IP ( ('2001:db88:f0:f00f::cf3c'),('2001:4898:e0:f213::4ce2') ) , PORT = 60173 );   
    GO  
    
    
    

So erstellen oder konfigurieren Sie einen Verfügbarkeitsgruppenlistener

  1. Wechseln Sie mit cd in das Verzeichnis der Serverinstanz, auf der das primäre Replikat gehostet wird.

  2. Erstellen oder ändern Sie einen Verfügbarkeitsgruppenlistener mit einem der folgenden Cmdlets:

    New-SqlAvailabilityGroupListener
    Erstellt einen neuen Verfügbarkeitsgruppenlistener und fügt ihn einer vorhandenen Verfügbarkeitsgruppe hinzu.

    Beispielsweise wird durch den folgenden New-SqlAvailabilityGroupListener-Befehl ein Verfügbarkeitsgruppenlistener namens MyListener für die Verfügbarkeitsgruppe MyAg erstellt. Dieser Listener verwendet die an den -StaticIp-Parameter übergebene IPv4-Adresse als seine virtuelle IP-Adresse.

    New-SqlAvailabilityGroupListener -Name MyListener `   
    -StaticIp '192.168.3.1/255.255.252.0' `   
    -Path SQLSERVER:\Sql\Computer\Instance\AvailabilityGroups\MyAg  
    
    
    

    Set-SqlAvailabilityGroupListener
    Ändert die Porteinstellung eines vorhandenen Verfügbarkeitsgruppenlisteners.

    Beispielsweise wird die Portnummer durch den folgenden Set-SqlAvailabilityGroupListener-Befehl für den Verfügbarkeitsgruppenlistener MyListener auf 1535 festgelegt. Dieser Port wird zum Lauschen auf Verbindungen mit dem Listener verwendet.

    Set-SqlAvailabilityGroupListener -Port 1535 `   
    -Path SQLSERVER:\Sql\PrimaryServer\InstanceName\AvailabilityGroups\MyAg\AGListeners\MyListener  
    
    
    

    Add-SqlAGListenerstaticIp
    Fügt der vorhandenen Konfiguration eines Verfügbarkeitsgruppenlisteners eine statische IP-Adresse hinzu. Die IP-Adresse kann eine IPv4-Adresse mit Subnetz oder eine IPv6-Adresse sein.

    Durch den folgenden Add-SqlAGListenerstaticIp-Befehl wird dem Verfügbarkeitsgruppenlistener MyListener in der Verfügbarkeitsgruppe MyAg beispielsweise eine statische IPv4-Adresse hinzugefügt. Diese IPv6-Adresse stellt die virtuelle IP-Adresse des Listeners im Subnetz 255.255.252.0 dar. Wenn sich die Verfügbarkeitsgruppe über mehrere Subnetze erstreckt, sollten Sie dem Listener eine statische IP-Adresse für jedes Subnetz hinzufügen.

    $path = "SQLSERVER:\SQL\PrimaryServer\InstanceName\AvailabilityGroups\MyAg\AGListeners\ MyListener" `   
    Add-SqlAGListenerstaticIp -Path $path `   
    -StaticIp "2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334"  
    
    
    System_CAPS_ICON_note.jpg Hinweis


    Verwenden Sie das Cmdlet Get-Help in der SQL Server-PowerShell-Umgebung, um die Syntax eines Cmdlets anzuzeigen. Weitere Informationen finden Sie unter Get Help SQL Server PowerShell.

Einrichten und Verwenden des SQL Server PowerShell-Anbieters

Fehler beim Erstellen eines Verfügbarkeitsgruppenlisteners wegen Active Directory-Kontingenten

Die Erstellung eines neuen Verfügbarkeitsgruppenlisteners schlägt möglicherweise beim Erstellen fehl, da Sie ein Active Directory-Kontingent für das teilnehmende Clusterknoten-Computerkonto erreicht haben. Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Artikeln:

MultiSubnetFailover-Schlüsselwort und zugehörige Funktionen

MultiSubnetFailover ist ein neues Schlüsselwort für Verbindungszeichenfolgen, das ein schnelleres Failover bei Always On-Verfügbarkeitsgruppen und Always On-Failoverclusterinstanzen in SQL Server 2012 ermöglicht. Wenn in der Verbindungszeichenfolge MultiSubnetFailover=True festgelegt wird, werden die folgenden drei Teilfunktionen aktiviert:

  • Schnelleres Multisubnetz-Failover auf einen Multisubnetzlistener für eine Always On-Verfügbarkeitsgruppe oder Failoverclusterinstanzen.

  • Schnelleres Einzelsubnetz-Failover auf einen Einzelsubnetzlistener für eine Always On-Verfügbarkeitsgruppe oder Failoverclusterinstanzen.

    • Diese Funktion wird für Verbindungen mit einem Listener verwendet, der über eine einzelne IP in einem einzelnen Subnetz verfügt. Dadurch werden TCP-Verbindungsversuche aggressiver wiederholt, um Failovervorgänge einzelner Subnetze zu beschleunigen.
  • Auflösung benannter Instanzen in eine Multisubnetz-Always On-Failoverclusterinstanz.

    • Wird verwendet, um die Auflösung benannter Instanzen für Always On-Failoverclusterinstanzen mit mehreren Subnetzendpunkten zu unterstützen.

"MultiSubnetFailover=True" wird von NET Framework 3.5 oder OLE DB nicht unterstützt.

Problem: Wenn die Verfügbarkeitsgruppe oder Failoverclusterinstanz über einen Listenernamen (wird im WSFC-Cluster-Manager als Netzwerkname oder Clientzugriffspunkt bezeichnet) verfügt, der von mehreren IP-Adressen aus unterschiedlichen Subnetzen abhängig ist, und Sie entweder ADO.NET mit .NET Framework 3.5 SP1 oder SQL Native Client 11.0 OLE DB verwenden, tritt bei bis zu 50 % der Clientverbindungsanforderungen an den Listener der Verfügbarkeitsgruppe ein Verbindungstimeout auf.

Problemumgehungen: Eine der folgenden Lösungen wird empfohlen.

  • Wenn Sie nicht über die Berechtigung zur Bearbeitung von Clusterressourcen verfügen, ändern Sie den Wert für das Verbindungstimeout in 30 Sekunden (20-sekündiger TCP-Timeoutzeitraum plus Puffer von 10 Sekunden).

    Vorteile: Beim Eintreten eines subnetzübergreifenden Failovers ist die Clientwiederherstellungszeit nur kurz.

    Nachteile:Für die Hälfte der Clientverbindungen sind mehr als 20 Sekunden erforderlich.

  • Wenn Sie über die notwendigen Berechtigungen zum Bearbeiten der Clusterressourcen verfügen, sollten Sie den Netzwerknamen des Verfügbarkeitsgruppenlisteners auf RegisterAllProvidersIP=0festlegen. Weitere Informationen finden Sie weiter unten in diesem Abschnitt unter "Einstellung RegisterAllProvidersIP".

    Vorteile: Sie müssen den Clientverbindungs-Timeoutwert nicht erhöhen.

    Nachteile: Beim Auftreten eines subnetzübergreifenden Failovers kann die Clientwiederherstellungszeit 15 Minuten oder länger betragen, je nach HostRecordTTL-Einstellung bzw. der Einstellung Ihres siteübergreifenden DNS/AD-Replikationszeitplans.

Einstellung RegisterAllProvidersIP

Bei der Erstellung eines Verfügbarkeitsgruppenlisteners über SQL Server Management Studio, Transact-SQL oder PowerShell, wird der Client Access Point in WSFC mit Festlegung der Eigenschaft RegisterAllProvidersIP auf 1 (TRUE) erstellt. Der Effekt dieses Eigenschaftswerts hängt gemäß den folgenden Angaben von der Clientverbindungszeichenfolge ab:

  • Verbindungszeichenfolgen, die MultiSubnetFailover auf „true“ festlegen

    AlwaysOn-Verfügbarkeitsgruppen legt die RegisterAllProvidersIP-Eigenschaft auf 1 fest, um die Wiederverbindungszeit nach einem Failover für Clients zu reduzieren, deren Verbindungszeichenfolgen wie empfohlen MultiSubnetFailover = True angeben. Beachten Sie, dass Ihre Clients zur Verwendung der Multisubnetzfunktion des Listeners möglicherweise einen Datenanbieter, der das MultiSubnetFailover-Schlüsselwort unterstützt, benötigen. Weitere Informationen zur Treiberunterstützung für Multisubnetzfailover finden Sie unter Always On-Clientkonnektivität (SQL Server).

    Informationen zu Multisubnetzclustering finden Sie unter SQL Server-Multisubnetzclustering (SQL Server).

    System_CAPS_ICON_tip.jpg Tipp


    Ist RegisterAllProvidersIP = 1, wird beim Ausführen des WSFC-Konfigurationsüberprüfungs-Assistenten im WSFC-Cluster die folgende Warnmeldung generiert:

    „Die RegisterAllProviderIP-Eigenschaft für Netzwerkname 'Name:<Netzwerkname' ist auf 1 festgelegt. Für die aktuelle Clusterkonfiguration muss dieser Wert auf 0 festgelegt werden.“

    Ignorieren Sie diese Meldung.

  • Verbindungszeichenfolgen, die MultiSubnetFailover auf „true“ festlegen

    Bei RegisterAllProvidersIP = 1treten bei Clients, deren Verbindungszeichenfolgen nicht MultiSubnetFailover = Trueverwenden, Verbindungen mit hoher Latenzzeit auf. Dies liegt daran, dass diese Clients versuchen, sequenziell Verbindungen zu allen IPs herzustellen. Wird dagegen RegisterAllProvidersIP in 0 geändert, wird die aktive IP-Adresse im Clientzugriffspunkt im WSFC-Cluster registriert und so die Latenzzeit für Legacyclients reduziert. Es empfiehlt sich daher, RegisterAllProvidersIP auf „0“ zu ändern, wenn Sie Legacyclients haben, die eine Verbindung zu einem Verfügbarkeitsgruppenlistener herstellen müssen und die MultiSubnetFailover -Eigenschaft nicht verwenden können.

    System_CAPS_ICON_important.jpg Wichtig


    Wenn Sie über den WSFC-Cluster (Failovercluster-Manager-GUI) einen Verfügbarkeitsgruppenlistener erstellen, ist RegisterAllProvidersIP standardmäßig 0 (FALSE).

Einstellung HostRecordTTL

Standardmäßig werden von Clients DNS-Clustereinträge 20 Minuten zwischengespeichert. Durch das Reduzieren von HostRecordTTL, d.h. der Gültigkeitsdauer (Time to Live, TTL) für den zwischengespeicherten Eintrag, können Legacyclients schneller wieder Verbindungen herstellen. Durch das Reduzieren von HostRecordTTL kann jedoch auch ein stärkerer Datenverkehr zu den DN-Servern bewirkt werden.

Beispiel-PowerShell-Skript zur Deaktivierung von RegisterAllProvidersIP und zur Reduzierung der Gültigkeitsdauer (TTL)

Im folgenden PowerShell-Beispiel wird veranschaulicht, wie der RegisterAllProvidersIP -Clusterparameter und der HostRecordTTL -Clusterparameter für die Listenerressource konfiguriert werden. Der DNS-Eintrag wird statt der standardmäßigen 20 Minuten nur 5 Minuten zwischengespeichert. Durch das Ändern beider Clusterparameter kann die Zeit zum Herstellen der Verbindung mit der richtigen IP-Adresse nach einem Failover für Legacyclients, die den MultiSubnetFailover -Parameter nicht verwenden können, reduziert werden. Ersetzen Sie yourListenerName durch den Namen des Listeners, den Sie ändern.

Import-Module FailoverClusters  
Get-ClusterResource yourListenerName | Set-ClusterParameter RegisterAllProvidersIP 0   
Get-ClusterResource yourListenerName|Set-ClusterParameter HostRecordTTL 300  
Stop-ClusterResource yourListenerName  
Start-ClusterResource yourListenerName  

Weitere Informationen zu Wiederherstellungszeiten während des Failovers finden Sie unter Client Recovery Latency During Failover.

Empfehlungen für anschließende Aufgaben

Nach dem Erstellen eines Verfügbarkeitsgruppenlisteners:

  • Bitten Sie den Netzwerkadministrator, die IP-Adresse des Listeners zur exklusiven Verwendung zu reservieren.

  • Geben Sie den DNS-Hostnamen des Listeners an Anwendungsentwickler weiter, damit diese den Namen in Verbindungszeichenfolgen zum Anfordern von Clientverbindungen mit dieser Verfügbarkeitsgruppe verwenden.

  • Ermutigen Sie Entwickler, Clientverbindungszeichenfolgen wenn möglich auf MultiSubnetFailover = True zu aktualisieren. Weitere Informationen zur Treiberunterstützung für Multisubnetzfailover finden Sie unter Always On-Clientkonnektivität (SQL Server).

Erstellen eines zusätzlichen Listeners für eine Verfügbarkeitsgruppe (optional)

Nachdem Sie mit SQL Server einen Listener erstellt haben, können Sie wie folgt einen zusätzlichen Listener hinzufügen:

  1. Erstellen Sie den Listener mit einem der folgenden Tools:

    • WSFC Failovercluster-Manager:

      1. Fügen Sie einen Clientzugriffspunkt hinzu, und konfigurieren Sie die IP-Adresse.

      2. Schalten Sie den Listener online.

      3. Fügen Sie der WSCF-Verfügbarkeitsgruppenressource eine Abhängigkeit hinzu.

      Informationen zu den Dialogfeldern und Registerkarten im Failovercluster-Manager finden Sie unter Benutzeroberfläche: Failovercluster-Manager (Snap-In).

    • Windows PowerShell für Failovercluster:

      1. Verwenden Sie Add-ClusterResource, um einen Netzwerknamen und die IP-Adressressourcen zu erstellen.

      2. Verwenden Sie Start-ClusterResource, um die Netzwerknamenressource zu starten.

      3. Verwenden Sie Add-ClusterResourceDependency, um die Abhängigkeit zwischen dem Netzwerknamen und der vorhandenen SQL Server-Verfügbarkeitsgruppenressource festzulegen.

      Informationen zur Verwendung von Windows PowerShell für Failovercluster finden Sie unter Übersicht über Server-Manager-Befehle.

  2. Starten Sie in SQL Server das Lauschen am neuen Listener. Stellen Sie nach dem Erstellen des zusätzlichen Listeners eine Verbindung mit der Instanz von SQL Server her, die das primäre Replikat der Verfügbarkeitsgruppe hostet, und ändern Sie den Listenerport mithilfe von SQL Server Management Studio, Transact-SQL oder PowerShell.

Weitere Informationen finden Sie unter How to create multiple listeners for same availability group (So werden mehrere Listener für die gleiche Verfügbarkeitsgruppe erstellt, SQL Server Always On-Teamblog).

Übersicht über Always On-Verfügbarkeitsgruppen (SQL Server)
Verfügbarkeitsgruppenlistener, Clientkonnektivität und Anwendungsfailover (SQL Server)
SQL Server-Multisubnetzclustering (SQL Server)

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