Konfigurieren der Freigabe von Frei/Gebucht-Informationen zwischen Exchange-Organisationen

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP1, Exchange Server 2010 SP3

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2016-11-28

Mithilfe der Verbunddelegierung können Benutzer in einer lokalen Exchange-Organisation Frei/Gebucht-Kalenderinformationen mit Empfängern in anderen Exchange-Organisationen, die ebenfalls für die Verbunddelegierung konfiguriert sind, gemeinsam nutzen. Die gemeinsame Nutzung von Frei/Gebucht-Informationen kann zwischen zwei Organisationen mit Exchange Server 2010 und zwischen Organisationen in einer gemischten Exchange-Bereitstellung aktiviert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Grundlegendes zur Verbunddelegierung.

Das vorliegende Thema liefert eine Zusammenfassung der Anforderungen sowie der erforderlichen Konfigurationsschritte zum Aktivieren der gemeinsamen Nutzung von Frei/Gebucht-Informationen zwischen verschiedenen gängigen Exchange-Bereitstellungen:

  • Zwei Exchange 2010 Service Pack 1-Organisationen (SP1).

  • Eine Exchange 2007-Organisation (oder eine gemischte Exchange 2007- und Exchange 2010-Organisation) und eine Exchange 2010-Organisation.

  • Eine Exchange Server 2003-Organisation (oder eine gemischte Exchange 2003- und Exchange 2007-Organisation) und eine Exchange 2010-Organisation.

Darüber hinaus werden in diesem Thema die Einschränkungen beschrieben, die für die gemeinsame Nutzung von Frei/Gebucht-Informationen zwischen Exchange-Verbundorganisationen gelten.

Führen Sie die Schritte unter Konfigurieren der Verbunddelegierung für beide Organisationen aus, um die gemeinsame Nutzung von Frei/Gebucht-Informationen zwischen zwei Exchange 2010-Verbundorganisationen zu konfigurieren.

Führen Sie die nachfolgend aufgeführten Schritte für jede Exchange-Organisation aus, um die gemeinsame Nutzung von Frei/Gebucht-Informationen zwischen Exchange 2007- und Exchange 2010-Organisationen zu konfigurieren.

  1. Hinzufügen eines Exchange 2010 SP1-Servers   In der Exchange 2007-Organisation muss ein Exchange 2010 SP1-Server mit Clientzugriffs-Serverrolle installiert sein. Wenn Sie über weitere vorhandene Exchange 2010-Server verfügen, sollten diese ebenfalls auf Exchange 2010 SP1 aktualisiert werden. Weitere Informationen zum Installieren von Exchange 2010 in einer Exchange 2007-Organisation finden Sie unter Exchange 2007 – Planungswegweiser für Upgrade und Koexistenz.

  2. Verbunddelegierung   Konfigurieren Sie eine Verbunddelegierung zwischen den Exchange 2007- und Exchange 2010-Organisationen, indem Sie die unter Konfigurieren der Verbunddelegierung aufgeführten Schritte für beide Organisationen ausführen.

  3. Active Directory-Synchronisierung   Sie müssen die Active Directory-Synchronisierung für alle Benutzer konfigurieren, die Frei/Gebucht-Informationen mit Benutzern der anderen Organisationen gemeinsam nutzen müssen. Sie können die Active Directory-Synchronisierung entweder manuell konfigurieren, oder Sie verwenden einen automatisierten Active Directory-Synchronisierungsdienst. Weitere Informationen zur Active Directory-Synchronisierung finden Sie unter Forefront Identity Management.

  4. Verfügbarkeitsadressraum   Erstellen Sie einen neuen Verfügbarkeitsadressraum für die Exchange 2010-Remoteorganisation, die Verfügbarkeitsanforderungen von Exchange 2007-Postfachbenutzern an den Exchange 2010-Clientzugriffsserver in der Exchange 2007-Organisation weiterleitet. Diese Einstellung ermöglicht es, dass Benutzerverfügbarkeitsanforderungen von Exchange 2007-Benutzern für Benutzer in der Exchange 2010-Remoteorganisation über den Exchange 2010-Clientzugriffsserver in der Exchange 2007-Organisation weitergeleitet werden. Der Exchange 2010-Clientzugriffsserver verwendet die Verbundvertrauensstellung und die Organisationsbeziehung, um Verfügbarkeitsanforderungen an den Gesamtstrukturverfügbarkeitsendpunkt der Exchange 2010-Remoteorganisation zu senden.

    Führen Sie den folgenden Befehl in der Exchange-Verwaltungsshell auf dem Exchange 2010-Clientzugriffsserver in der Exchange 2007-Organisation aus, um den Verfügbarkeitsadressraum zu konfigurieren:

    Add-AvailabilityAddressSpace -AccessMethod InternalProxy -ProxyUrl https://<Exchange 2010 CAS server name>/ews/exchange.asmx -ForestName <SMTP domain of the remote Exchange organization> -UseServiceAccount $True
    

Führen Sie die nachfolgend aufgeführten Schritte für jede Exchange-Organisation aus, um die gemeinsame Nutzung von Frei/Gebucht-Informationen zwischen Exchange 2003- und Exchange 2010-Organisationen zu konfigurieren.

  1. Hinzufügen eines Exchange 2010 SP1-Servers   In der Exchange 2003-Organisation muss ein Exchange 2010 SP1-Server mit Clientzugriffs-Serverrolle und Postfachserverrolle installiert sein. Wenn Sie über weitere vorhandene Exchange 2010-Server verfügen, sollten diese ebenfalls auf Exchange 2010 SP1 aktualisiert werden. Weitere Informationen zum Installieren von Exchange 2010 in einer Exchange 2003-Organisation finden Sie unter Exchange 2003 – Planungswegweiser für Upgrade und Koexistenz.

  2. Konfigurieren einer Verbunddelegierung   Konfigurieren Sie eine Verbunddelegierung zwischen den Exchange 2003- und Exchange 2010-Organisationen, indem Sie die unter Konfigurieren der Verbunddelegierung aufgeführten Schritte für beide Organisationen ausführen.

  3. Konfigurieren der Active Directory-Synchronisierung   Sie müssen die Active Directory-Synchronisierung für alle Benutzer konfigurieren, die Frei/Gebucht-Informationen mit Benutzern der anderen Organisationen gemeinsam nutzen müssen. Sie können die Active Directory-Synchronisierung entweder manuell konfigurieren, oder Sie verwenden einen automatisierten Active Directory-Synchronisierungsdienst. Weitere Informationen zur Active Directory-Synchronisierung finden Sie unter Forefront Identity Management.

    WichtigWichtig:
    Der Öffentliche Ordner OU=EXTERNAL (FYDIBOHF25SPDLT) wird nur auf dem Exchange 2010-Clientzugriffsserver/Postfachserver erstellt, wenn beim Setup von Exchange 2010 die Option zum Erstellen Öffentlicher Ordner ausgewählt wird. Darüber hinaus wird diese Option beim Setup nur dann zur Auswahl angeboten, wenn es sich beim Exchange 2010-Clientzugriffsserver/Postfachserver um den ersten installierten Postfachserver in der Organisation handelt. Wenn die OU=EXTERNAL (FYDIBOHF25SPDLT)-Datenbank während des Setups nicht erstellt wurde, müssen Sie diesen Ordner manuell erstellen. Weitere Informationen finden Sie unter Behandlung von Problemen in Bezug auf Frei/Gebucht-Informationen bei Verwendung des Exchange-Partnerverbunds in einer Microsoft Office 365 für Unternehmen-Umgebung
  4. Führen Sie folgenden Schritte aus, um Öffentliche Ordner für die gemeinsame Nutzung von Frei/Gebucht-Informationen in Ihrer Exchange 2003-Organisation zu konfigurieren.

    1. Navigieren Sie im Exchange-System-Manager zu Administrative Gruppen > Erste administrative Gruppe > Server.

    2. Wählen Sie Ihren Exchange 2003-Server aus, und navigieren Sie zu Erste Speichergruppe > Informationsspeicher für Öffentliche Ordner > Öffentliche Ordner > Schedule+ Frei/Gebucht-Informationen.

    3. Wählen Sie im Aktionsbereich den Ordner OU=EXTERNAL (FYDIBOHF25SPDLT) für Erste administrative Gruppe aus.

    4. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner OU=EXTERNAL (FYDIBOHF25SPDLT) und anschließend auf Eigenschaften.

    5. Wählen Sie in den Eigenschaften von OU=EXTERNAL (FYDIBOHF25SPDLT) die Registerkarte Replikation.

    6. Klicken Sie auf Hinzufügen, um den Ordner OU=EXTERNAL (FYDIBOHF25SPDLT) auf den Exchange 2010-Clientzugriffsserver/Postfachserver zu replizieren.

    7. Wählen Sie unter Informationsspeicher für Öffentliche Ordner auswählen die Öffentliche Ordner-Datenbank für den Exchange 2010-Clientzugriffsserver/Postfachserver aus, und klicken Sie anschließend auf OK.

      HinweisHinweis:
      Standardmäßig verwendet Exchange den Replikationszeitplan, der in der Öffentlichen Ordner-Datenbank angegeben wird.
    8. Klicken Sie auf OK, um die Eigenschaften von OU=EXTERNAL (FYDIBOHF25SPDLT) zu schließen und Ihre Änderungen zu speichern.

    9. Führen Sie diese Schritte auch für den Ordner OU=Exchange Administrative Group (FYDIBOHF23SPDLT) aus.

      WarnungWarnung:
      Abhängig von der Größe der Öffentlichen Ordner kann diese Replikation mehrere Stunden dauern.
    10. Nach der Replikation der Öffentlichen Ordner OU=EXTERNAL (FYDIBOHF25SPDLT) und OU=Exchange Administrative Group (FYDIBOHF23SPDLT) auf den Exchange 2010-Clientzugriffsserver/Postfachserver müssen die Replikate dieser Öffentlichen Ordner auf dem Exchange 2003-Server entfernt werden.

  5. Ändern des Parameters "LegacyExchangeDN"   Ändern Sie den Parameter LegacyExchangeDN für alle E-Mail-aktivierten Objekte in der Exchange 2003-Organisation, die die Exchange 2010-Remoteorganisation referenzieren. Ändern Sie den vorhandenen OU-Wert für das E-Mail-aktivierte Objekt in External (FYDIBOHF25SPDLT). Beispiel: LegacyExchangeDN=/o=First Organization/ou=External (FYDIBOHF25SPDLT)/cn=Recipients/cn=User Name

Für die gemeinsame Nutzung von Frei/Gebucht-Informationen zwischen Exchange-Verbundorganisationen gelten die folgenden Einschränkungen:

  • Outlook Web Access 2003   Wenn ein Benutzer in einer Exchange 2003-Organisation Outlook Web Access für den Zugriff auf Frei/Gebucht-Informationen für Benutzer in einer Exchange 2010-Remoteorganisation verwendet, treten bei der Anforderung Fehler auf. Von Exchange 2003 ausgehende Outlook Web Access-Verbindungen können keine WebDAV-Verbindungen (Web-based Distributed Authoring and Versioning) mit einem Frei/Gebucht-Systemordner herstellen, um Frei/Gebucht-Informationen für Remotebenutzer abzurufen. Da Exchange 2010 keine Unterstützung für WebDAV-Verbindungen bietet, kann der Exchange 2003-Server für Outlook Web Access-Anforderungen keine Verbindung mit External (FYDIBOHF25SPDLT) auf dem Exchange 2010-Clientzugriffsserver/Postfachserver herstellen. Für Outlook-Clients gilt diese Einschränkung nicht, da diese Clients nicht WebDAV, sondern MAPI zur Verbindungsherstellung mit External (FYDIBOHF25SPDLT) verwenden.

  • WAN-Latenz   In Exchange 2003-Organisationen müssen die Replikate für alle Frei/Gebucht-Ordner auf Exchange 2010 SP1-Postfachservern vorliegen. In Umgebungen, in denen Öffentliche Ordner-Datenbanken aus Exchange 2003 an verschiedenen physischen Standorten vorhanden sind, kann es zu übermäßigen Wartezeiten und Leistungsproblemen kommen, wenn interne Frei/Gebucht-Anforderungen über WAN-Leitungen geleitet werden, um auf Öffentliche Ordner-Datenbanken in Exchange 2010 zuzugreifen, die sich nicht am selben physischen Standort befinden.

  • Zeitraum für Frei/Gebucht-Informationen   Bei Anforderungen von Frei/Gebucht-Informationen, die von einer Exchange 2010-Organisation an eine Exchange 2007-Organisation gesendet werden, treten aufgrund eines ungleichen Zeitraums für Frei/Gebucht-Informationen möglicherweise Fehler auf. Standardmäßig akzeptiert Exchange 2007 Verfügbarkeitsanforderungen für Frei/Gebucht-Informationen für 42 Tage, wohingegen Exchange 2010 Frei/Gebucht-Informationen für einen Zeitraum von 62 Tagen anfordern kann. Wenn die Anforderung das Standardlimit von 42 Tagen für Exchange 2007 überschreitet, treten bei der Anforderung Fehler auf.

    Führen Sie die folgenden Schritte aus, um Ihren Exchange 2007-Clientzugriffsserver so zu konfigurieren, dass bei Anforderungen von Frei/Gebucht-Informationen längere Zeiträume akzeptiert werden:

    1. Öffnen Sie auf allen Exchange 2007-Clientzugriffsservern die folgende Datei in einem Text-Editor:

      <Exchange-Installationspfad>\V14\ClientAccess\ExchWeb\EWS\web.config

      VorsichtAchtung:
      Bevor Sie Änderungen an der Datei "web.config" vornehmen, erstellen Sie eine Kopie der Datei, und speichern Sie diese an einem sicheren Ort.
    2. Suchen Sie in der Datei web.config nach dem Abschnitt appSettings.

    3. Fügen Sie einen neuen Schlüssel namens "<add key="maximumQueryIntervalDays" value="62" />" hinzu, und speichern Sie die Datei web.config.

      HinweisHinweis:
      Der Wert "maximumQueryIntervalDays" ist standardmäßig nicht vorhanden. Wenn dieser Wert nicht vorhanden ist, verwendet Exchange 2007 das Standardintervall von 42 Tagen.
    4. Beenden Sie die Microsoft-Internetinformationsdienste (IIS) auf allen Exchange 2007-Clientzugriffsservern, und starten Sie IIS anschließend neu.

  • Exchange-Organisationen, die sowohl lokale als auch Cloudbenutzer umfassen   Wenn Sie eine Verbunddelegierung mit einer anderen Exchange-Organisation konfiguriert haben, die in einer Hybridbereitstellung mit einem Clouddienst wie z. B. Microsoft Office 365 konfiguriert ist, treten bei Frei/Gebucht-Verfügbarkeitsanforderungen für cloudbasierte oder Remotebenutzer, die in die Cloud verschoben wurden, Fehler auf. Da die Organisationsbeziehung für Ihre Exchange-Organisation nicht mit der cloudbasierten Exchange-Organisation, sondern mit der lokalen Exchange-Remoteorganisation eingerichtet wurde, können keine Frei/Gebucht-Anforderungen für die cloudbasierten Benutzer durchgeführt werden. Exchange 2010 stellt keine Funktion bereit, mit der diese Verfügbarkeitsanforderungen über die lokale Organisation an den Clouddienst weitergeleitet werden können.

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