TechNet
Konfigurieren von UEFI-/GPT-basierten Festplattenpartitionen

Konfigurieren von UEFI-/GPT-basierten Festplattenpartitionen

Letzte Aktualisierung: Oktober 2013

Betrifft: Windows 8, Windows 8.1, Windows Server 2008 R2, Windows Server 2012, Windows Server 2012 R2

In diesem Thema wird beschrieben, wie Festplattenpartitionen wie Festplattenlaufwerke (Hard Disk Drives, HDDs), Festkörperlaufwerke (Solid-State Drives, SSDs) und andere Laufwerke für einen UEFI (Unified Extensible Firmware Interface)-basierten PC konfiguriert werden.

Inhalt dieses Themas:

Wenn Sie Windows® auf einem UEFI-basierten PC bereitstellen, müssen Sie das Festplattenlaufwerk, das die Windows-Partition enthält, mit einem GPT (GUID Partition Table)-Dateisystem formatieren. Für weitere Laufwerke kann entweder das GPT- oder MBR (Master Boot Record)-Dateiformat verwendet werden.

Ein GPT-Laufwerk kann bis zu 128 Partitionen aufweisen.

Anforderungen an Windows-Partitionen:

  • Partition mit den Windows RE-Tools

    Diese partition muss mindestens 300 MB aufweisen.

    In dieser Partition muss Speicherplatz für das Windows RE-Toolsimage ("winre.wim", mindestens 250 MB) sowie genügend freier Speicherplatz reserviert werden, dass die Partition von Sicherungshilfsprogrammen erfasst werden kann:

    • Ist die Partition kleiner als 500 MB, muss sie mindestens 50 MB freien Speicherplatz haben.

    • Ist die Partition 500 MB groß oder größer, muss sie mindestens 320 MB freien Speicherplatz haben.

    • Ist die Partition größer als 1 GB, sollte sie mindestens 1 GB freien Speicherplatz haben.

    • Für diese Partition muss die folgende Typ-ID verwendet werden: DE94BBA4-06D1-4D40-A16A-BFD50179D6AC.

    • Die Windows RE-Tools müssen in einer anderen als der Windows-Partition gespeichert werden, um das automatische Failover sowie das Starten von Windows BitLocker-Laufwerkverschlüsselung-verschlüsselten Partitionen zu unterstützen.

  • Systempartition

    Der PC muss eine Systempartition aufweisen. In EFI (Extensible Firmware Interface)- und UEFI-Systemen wird dies auch als EFI-Systempartition oder ESP bezeichnet. Diese Partition wird in der Regel auf der primären Festplatte gespeichert. Der PC startet über diese Partition.

    Die Mindestgröße dieser Partition beträgt 100 MB. Diese Partition muss mit dem Dateiformat FAT32 formatiert werden.

    Diese Partition wird vom Betriebssystem verwaltet und darf keine anderen Dateien wie Windows RE-Tools enthalten.

    noteHinweis
    Bei Laufwerken mit Advanced Format 4K Native-Laufwerken (4 KB pro Sektor) beträgt die Mindestgröße aufgrund einer Beschränkung des FAT32-Dateiformats 260 MB. Die Mindestgröße für Partitionen von FAT32-Laufwerken wird aus der Sektorgröße (4 KB) x 65527 = 256 MB berechnet.

    Advanced Format 512e-Laufwerke sind von dieser Beschränkung nicht betroffen, da ihre emulierte Sektorgröße 512 Byte beträgt. 512 Byte x 65527 = 32 MB. Das ist weniger als die 100 MB Mindestgröße für diese Partition.

  • MSR-Partition (Microsoft® Reserved)

    Eine MSR-Partition ist 128 MB groß.

    Fügen Sie jedem Laufwerk zur Laufwerkverwaltung eine MSR-Partition hinzu. Die MSR-Partition ist eine reservierte Partition, die keine Partitions-ID empfängt. Auf der MSR-Partition werden keine Benutzerdaten gespeichert.

  • Andere Hilfsprogrammpartitionen

    Alle anderen Hilfsprogrammpartitionen müssen sich vor den Windows-, Daten- und Wiederherstellungsimagepartitionen befinden. So ist es möglich, dass Endbenutzer Aktionen wie Anpassen der Größe der Windows-Partition oder Freigeben der Wiederherstellungsimagepartition ohne Auswirkungen auf Systemhilfsprogramme ausführen.

  • Windows-Partition und andere Datenpartitionen

    • Diese Partition muss über mindestens 20 GB Speicherplatz bei 64-Bit-Versionen oder 16 GB bei 32-Bit-Versionen verfügen.

    • Die Partition muss mit dem Dateiformat NTFS formatiert werden.

    • Diese Partition muss 10 GB freien Speicherplatz haben, nachdem der Benutzer die Windows-Willkommensseite ausgefüllt hat.

    • Damit die Funktion PC auffrischen des Zurücksetzens auf Knopfdruck verwendet werden kann, ist auf der Partition vielleicht zusätzlicher freier Speicherplatz erforderlich. Verwenden Sie zum Berechnen des erforderlichen Speicherplatzes folgende Formel:

      Imagegröße x 1,1 + Puffer:

      • Imagegröße: Dies ist die geschätzte Größe des Images nach seiner Anwendung aus der WIM-Imagedatei. Verwenden Sie den folgenden Befehl:

        Dism /Get-WimInfo /WimFile:C:\test\offline\install.wim
        
        
        Enthält Ihre WIM-Imagedatei mehrere Images, verwenden Sie die Größeninformationen, die für das Image gemeldet wurden, das zur Verwendung für das Zurücksetzen auf Knopfdruck konfiguriert wurde.

      • Puffer:

        x64: 1,2 GB

        x86: 1,1 GB

        ARM: 1,0 GB

    Jede primäre Partition darf maximal 18 Exabyte (ca.18,8 Millionen Terabyte) Speicherplatz aufweisen.

  • Wiederherstellungsimagepartition

    Wenn diese Partition verwendet wird, enthält sie das Windows-Wiederherstellungsimage ("install.wim").

    Die Größe dieser Partition muss Speicherplatz für das Windows-Wiederherstellungsimage (mindestens 2 GB) sowie genügend freien Speicherplatz aufweisen, dass die Partition von Sicherungshilfsprogrammen erfasst werden kann:

    • Sie muss mindestens 320 MB freien Speicherplatz aufweisen.

    • Es wird empfohlen, dass sie mindestens 1 GB freien Speicherplatz aufweist.

    Es wird empfohlen, diese Partition nach allen anderen Partitionen einzufügen. So ist es möglich, dass Endbenutzer den von der Wiederherstellungsimagepartition belegten Speicherplatz ohne Auswirkungen auf andere Systemhilfsprogramme freigeben.

Weitere Informationen zu GPT-Laufwerkspartitionen und Festplattenpartitionen finden Sie unter Häufig gestellte Fragen zu Windows und GPT.

In diesem Abschnitt werden die standardmäßige Partitionskonfiguration und die empfohlene Partitionskonfiguration beschrieben.

Die Standardkonfiguration von Windows Setup enthält jeweils eine Windows RE-Tools-Partition (Windows-Wiederherstellungsumgebung), Systempartition, MSR-Partition und Windows-Partition. Das folgende Diagramm zeigt diese Konfiguration. In dieser Konfiguration kann die BitLocker-Laufwerkverschlüsselung aktiviert und Windows RE in der ausgeblendeten Systempartition gespeichert werden.

Diagramm der standardmäßigen EFI-Partitionen

Durch Verwenden dieser Konfiguration können Sie Ihrer angepassten Windows-Installation Systemtools hinzufügen, z. B. Windows BitLocker-Laufwerkverschlüsselung und Windows RE.

Die empfohlene Konfiguration enthält jeweils eine Windows RE-Tools-, System-, MSR-, Windows- und Wiederherstellungsimagepartition. Das folgende Diagramm zeigt diese Konfiguration.

Diagramm der EFI-Partitionen mit Wiederherstellung

Fügen Sie die Windows RE-Tools-Partition und Systempartition hinzu, bevor Sie die Windows-Partition hinzufügen. Fügen Sie die Partition, die das Wiederherstellungsimage enthält, am Ende hinzu. Diese Partitionsreihenfolge hilft dabei, die Systempartition und die Windows RE-Tools-Partition bei Aktionen wie dem Entfernen der Wiederherstellungsimagepartition oder dem Ändern der Größe der Windows-Partition zu schützen.

Standardmäßig werden Systempartitionen im Explorer nicht angezeigt. Dadurch wird verhindert, dass Endbenutzer versehentlich eine Partition ändern.

Auf dieselbe Weise können Sie verhindern, dass Endbenutzer versehentlich andere Partitionen ändern. Legen Sie die Partitionen einfach als Hilfsprogrammpartitionen fest.

  • Verwenden Sie bei der Bereitstellung von Windows mit dem DiskPart-Tool den Befehl attributes volume set GPT_ATTRIBUTE_PLATFORM_REQUIRED, nachdem Sie die Partition erstellt haben, um die Partition als Hilfsprogrammpartition festzulegen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im MSDN-Thema zur PARTITION_INFORMATION_GPT-Struktur.

  1. Klicken Sie auf Start, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Computer, und klicken Sie dann auf Verwalten. Das Fenster Computerverwaltung wird geöffnet.

  2. Klicken Sie auf Datenträgerverwaltung. Die Liste der verfügbaren Datenträger und Partitionen wird angezeigt.

  3. Vergewissern Sie sich anhand der Liste der Datenträger und Partitionen, dass die System- und die Hilfsprogrammpartition vorhanden sind und dass ihnen keine Laufwerkbuchstaben zugeordnet wurden.

Die folgenden Dateien enthalten XML-Beispiele, die veranschaulichen, wie Partitionen auf einem UEFI-basierten PC eingerichtet werden.

 

Beispiel: Konfigurieren von UEFI-/GPT-basierten Festplattenpartitionen mit Windows Setup

Veranschaulicht, wie Sie Antwortdateieinstellungen hinzufügen können, um Festplattenpartitionen während einer Windows-Installation automatisch zu konfigurieren.

Beispiel: Konfigurieren von UEFI-/GPT-basierten Festplattenpartitionen mit Windows PE und DiskPart

Zeigt, wie Partitionen mit einem DiskPart-Skript konfiguriert werden, um die Bereitstellung eines Windows-Images auf einem neuen PC vorzubereiten.

Siehe auch

Anzeigen:
© 2016 Microsoft