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Grundlegendes zu virtuellen Festplatten mit systemeigenem Start

Der systemeigene Start ermöglicht auf einem Computer das Verwenden virtueller Festplatten (Virtual Hard Disks, VHDs) ohne virtuellen Computer oder Hypervisor. Ein Hypervisor ist eine Softwareschicht unterhalb des Betriebssystems, in der virtuelle Computer ausgeführt werden.

Unter Windows® 7 und Windows® 8 kann eine virtuelle Festplatte (VHD) als ausgeführtes Betriebssystem für die designierte Hardware verwendet werden, ohne dass ein anderes übergeordnetes Betriebssystem, ein virtueller Computer oder ein Hypervisor erforderlich ist. Zum Erstellen einer VHD-Datei können die Datenträgerverwaltungstools von Windows, das DiskPart-Tool sowie die Datenträgerverwaltung aus Microsoft® Management Console ("Diskmgmt.msc") verwendet werden. Eine unterstützte Windows-Imagedatei (WIM-Datei) kann auf der virtuellen Festplatte bereitgestellt und die VHD-Datei kann auf mehrere Systeme kopiert werden. Der Start-Manager von Windows 8 kann so konfiguriert werden, dass direkt die virtuelle Festplatte gestartet wird.

Die VHD-Datei kann zur Verwendung mit der Rolle für Hyper-V unter Windows Server auch mit einem virtuellen Computer verbunden werden.

VHD-Dateien mit systemeigenem Start sind nicht als Ersatz für eine vollständige Imagebereitstellung auf allen Client- oder Serversystemen konzipiert. Unternehmensumgebungen, in denen bereits VHD-Dateien für die Bereitstellung virtueller Computer verwaltet und verwendet werden, profitieren am meisten von der Funktion für den systemeigenen Start virtueller Festplatten. Die Verwendung der VHD-Datei als allgemeines Imagecontainerformat für virtuelle Computer und designierte Hardware vereinfacht die Verwaltung und Bereitstellung von Images in einer Unternehmensumgebung.

Weitere Informationen zur Virtualisierung unter Windows finden Sie auf dieser Microsoft-Website. Weitere Informationen zur Verwendung von VHDs mit systemeigenem Start finden Sie auf dieser Microsoft-Website.

Virtuelle Festplatten mit systemeigenem Start werden üblicherweise in den folgenden Szenarien eingesetzt:

  • Erstellen und Anfügen einer virtuellen Festplatte für die Offlineimageverwaltung mithilfe der Datenträgerverwaltungstools. Verwenden Sie zum Anfügen einer virtuellen Festplatte den Befehl Attach vdisk. Dadurch wird die virtuelle Festplatte aktiviert, sodass sie auf dem Host als Laufwerk (und nicht als VHD- oder VHDX-Datei) angezeigt wird.

  • Bereitstellen von Referenzimages für virtuelle Festplatten in Remotefreigaben zum Warten von Images.

  • Warten und Bereitstellen eines allgemeinen Referenzimages für virtuelle Festplatten zum Ausführen auf virtuellen oder physischen Computern.

  • Konfigurieren von VHD-Dateien für den systemeigenen Start ohne vollständige übergeordnete Installation.

  • Konfigurieren eines Computers für den Start mehrerer lokaler VHD-Dateien mit unterschiedlichen Arbeitsauslastungen für Anwendungen, ohne dass separate Datenträgerpartitionen benötigt werden.

  • Verwenden von Windows-Bereitstellungsdienste (Windows Deployment Services, WDS) für die Netzwerkbereitstellung von VHD-Images auf Zielcomputern für den systemeigenen Start.

  • Verwalten der Desktopimagebereitstellung.

Für den systemeigenen Start virtueller Festplatten gelten die folgenden Abhängigkeiten:

  • Der lokale Datenträger muss mindestens zwei Partitionen aufweisen: eine Systempartition, die die Windows® 8-Startumgebungsdateien und den BCD-Speicher (Boot Configuration Data, Startkonfigurationsdaten) enthält, und eine Partition zum Speichern der VHD-Datei. Das VHD-Dateiformat wird für den systemeigenen Start auf einem Computer unterstützt, der über eine Windows® 7-Startumgebung verfügt. Sie müssen jedoch die Systempartition auf eine Windows 8-Umgebung aktualisieren, um das VHDX-Dateiformat verwenden zu können. Weitere Informationen zu Datenträgerpartitionen finden Sie unter Übersicht zu Festplatten und Partitionen. Weitere Informationen zum Hinzufügen einer Windows 8-Startumgebung für den systemeigenen Start virtueller Festplatten finden Sie unter Herunterladen und Installieren von Windows PE (WinPE), damit Sie einen Systemstart von einem USB-Speicherstick oder einer externen USB-Festplatte durchführen können.

  • Die lokale Datenträgerpartition mit der VHD-Datei muss über ausreichend freien Speicherplatz zum Erweitern einer dynamischen virtuellen Festplatte bis zur maximalen Größe sowie über ausreichend freien Speicherplatz für die Auslagerungsdatei verfügen, die beim Starten der virtuellen Festplatte erstellt wird. Im Gegensatz zu einem virtuellen Computer, bei dem sich die Auslagerungsdatei innerhalb der virtuellen Festplatte befindet, wird die Auslagerungsdatei hier außerhalb der VHD-Datei erstellt.

Die Funktionen für den systemeigenen Start virtueller Festplatten bieten folgende Vorteile:

  • Erstellen, Bereitstellen und Warten von Systemimages, die auf designierter Hardware oder auf einem virtuellen Computer installiert werden sollen, mithilfe der gleichen Imageverwaltungstools.

  • Bereitstellen eines Images auf einem virtuellen oder designierten Computer - je nach Kapazitätsplanung und -verfügbarkeit.

  • Bereitstellen von Windows für mehrere Startszenarien, ohne dass separate Datenträgerpartitionen benötigt werden.

  • Bereitstellen von unterstützen Windows-Images in einer Containerdatei für virtuelle Festplatten, um eine schnellere Bereitstellung wieder verwendbarer Entwicklungs- und Testumgebungen zu ermöglichen.

  • Ersetzen von Images für virtuelle Festplatten zum erneuten Bereitstellen oder Wiederherstellen von Servern.

Für die Unterstützung virtueller Festplatten gelten die folgenden Einschränkungen:

  • Von der Datenträgerverwaltungsunterstützung für den systemeigenen Start virtueller Festplatten können ca. 512 VHD-Dateien gleichzeitig angefügt werden.

  • Vom systemeigenen Start virtueller Festplatten wird zwar kein Ruhezustand, aber der Energiesparmodus unterstützt.

  • VHD-Dateien können nicht geschachtelt werden.

  • Der systemeigene Start virtueller Festplatten mittels SMB-Freigaben (Server Message Block) wird nicht unterstützt.

  • Windows BitLocker-Laufwerkverschlüsselung kann nicht verwendet werden, um das Hostvolume zu verschlüsseln, das VHD-Dateien enthält, die für den systemeigenen Start virtueller Festplatten verwendet werden, und BitLocker kann nicht auf Volumes verwendet werden, die sich auf einer virtuellen Festplatte befinden.

  • Die übergeordnete Partition einer VHD-Datei kann nicht Teil eines Volumesnapshots sein.

  • Eine angeschlossene virtuelle Festplatte kann nicht als dynamischer Datenträger konfiguriert werden. Ein dynamischer Datenträger bietet gegenüber einer Basisfestplatte einen erweiterten Funktionsumfang - beispielsweise die Möglichkeit zum Erstellen von Volumes, die sich über mehrere Datenträger erstrecken (übergreifende Volumes und Stripesetvolumes), oder die Möglichkeit zum Erstellen fehlertoleranter Volumes (gespiegelte Volumes und RAID-5-Volumes). Die Volumes auf einem dynamischen Datenträger werden als dynamische Volumes bezeichnet.

  • Das übergeordnete Volume der virtuellen Festplatte kann nicht als dynamischer Datenträger konfiguriert werden.

Im Folgenden sind empfohlene Vorsichtsmaßnahmen für die Verwendung virtueller Festplatten mit systemeigenem Start aufgeführt:

  • Verwenden Sie bei Produktionsservern feste virtuelle Festplatten, um den Schutz der Benutzerdaten sowie die Leistung zu verbessern. Dynamische oder differenzierende virtuelle Festplatten sollten nur außerhalb von Produktionsumgebungen (beispielsweise in Entwicklungs- oder Testumgebungen) verwendet werden.

  • Bei Verwendung dynamischer virtueller Festplatten sollten wichtige Anwendungs- oder Benutzerdaten nach Möglichkeit auf Datenträgerpartitionen außerhalb der VHD-Datei gespeichert werden. Dadurch verringern sich die Größenanforderungen der virtuellen Festplatte. Darüber hinaus wird so das Wiederherstellen von Anwendungs- oder Benutzerdaten erleichtert, sollte das Image der virtuellen Festplatte einmal aufgrund eines schwer wiegenden Systemabsturzes (beispielsweise aufgrund eines Stromausfalls) nicht mehr verwendbar sein.

Mithilfe der Datenträgerverwaltungstools lassen sich drei Arten von VHD-Dateien erstellen:

  • Festes Festplattenimage. Bei einem festen Festplattenimage handelt es sich um eine Datei, der die Größe eines virtuellen Datenträgers zugewiesen ist. Wird also beispielsweise ein virtueller Datenträger mit einer Größe von 2 Gigabytes (GB) erstellt, wird vom System eine Hostdatei mit einer Größe von ca. 2 GB erstellt. Die Verwendung fester Festplattenimages empfiehlt sich für Produktionsserver sowie für die Arbeit mit Kundendaten.

  • Dynamisches Festplattenimage. Bei einem dynamischen Festplattenimage handelt es sich um eine Datei, deren Größe sich nach dem tatsächlichen Umfang der Daten richtet, die in die Datei geschrieben werden. Je mehr Daten geschrieben werden, desto größer wird die Datei. So belegt beispielsweise eine Datei für eine virtuelle Festplatte mit einer Größe von 2 GB auf dem Hostdateisystem zunächst lediglich ca. 2 Megabyte (MB). Sobald Daten in dieses Image geschrieben werden, wächst das Image bis zu einer maximalen Größe von 2 GB.

    Die Verwendung dynamischer Festplattenimages empfiehlt sich für Entwicklungs- und Testumgebungen. Dynamische VHD-Dateien sind kleiner, einfacher zu kopieren und werden erweitert, sobald sie bereitgestellt werden.

  • Differenzierendes Festplattenimage. Ein differenzierendes Festplattenimage beschreibt eine Änderung eines übergeordneten Images. Diese Art von Festplattenimage ist nicht unabhängig, sondern benötigt ein anderes Festplattenimage, um ordnungsgemäß zu funktionieren. Bei dem übergeordneten Festplattenimage kann es sich um eine beliebige der aufgeführten Arten von Festplattenimages handeln - auch um ein weiteres differenzierendes Festplattenimage.

Von virtuellen Festplatten mit systemeigenem Start werden üblicherweise die folgenden Technologien verwendet:

Das BCDboot-Tool dient zum Initialisieren des BCD-Speichers sowie zum Kopieren von Startumgebungsdateien auf die Systempartition bei der Imagebereitstellung. Mithilfe von BCD-Dateien werden Startanwendungen sowie Einstellungen für Startanwendungen beschrieben. Die Datei "Boot.ini" wird durch die Objekte und Elemente im Speicher effektiv ersetzt. Beim Installieren einer virtuellen Festplatte mit systemeigenem Start auf designierter Hardware ist möglicherweise die Aktualisierung auf einen BCD-Speicher für Windows 8 erforderlich. Weitere Informationen zum BCDboot-Tool finden Sie unter BCDboot (Befehlszeilenoptionen).

BCDedit ist ein Befehlszeilentool zum Verwalten von BCD-Speichern. Es kann für eine Reihe von Aufgaben verwendet werden, beispielsweise zum Erstellen neuer Speicher, zum Ändern vorhandener Speicher oder zum Hinzufügen von Startmenüparametern. Weitere Informationen zum BCDedit-Tool finden Sie auf dieser Microsoft-Website.

Bei DiskPart handelt es sich um ein Windows-Befehlszeilentool zum Verwalten von Objekten wie Datenträgern, Partitionen oder Volumes mithilfe von Skripts oder direkten Eingaben an einer Eingabeaufforderung. Unter Windows 8 lassen sich mit dem DiskPart-Tool virtuelle Festplatten erstellen, partitionieren und anfügen. Weitere Informationen zum DiskPart-Tool finden Sie auf dieser Microsoft-Website.

Bei Windows-Bereitstellungsdienste (Windows Deployment Services, Windows DS) handelt es sich um einen netzwerkbasierten Installationsserver, der es Unternehmen ermöglicht, die neuesten Betriebssysteme mithilfe von Windows PE und Windows-Bereitstellungsdiensteserver remote zu verwalten und bereitzustellen. Von Windows-Bereitstellungsdienste wird zusätzlich zur Bereitstellung von WIM-Dateien auch die Bereitstellung von Imagedateien für virtuelle Festplatten unterstützt. Mit Windows-Bereitstellungsdienste wird die Netzwerkbereitstellung von Images für virtuelle Festplatten mit systemeigenem Start automatisiert. Von Windows-Bereitstellungsdienste wird das Kopieren des Images für virtuelle Festplatten auf eine lokale Partition sowie das Konfigurieren der lokalen Startkonfigurationsdaten für den systemeigenen Start von der virtuellen Festplatte abgewickelt.

Siehe auch

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