Demonstrieren von Replikation und geplantem Failover

 

Gilt für: Windows Server 2012 R2, Windows Server 2012

In diesem Artikel wird das Einrichten eines Hyper-V-Replikats, das Aktivieren der Replikation für einen virtuellen Computer und das Ausführen eines Tests sowie eines geplanten Failovers dargestellt.

Inhalt dieses Dokuments

Informieren Sie sich über die Voraussetzungen, und führen Sie dann folgende Schritte aus:

System_CAPS_ICON_note.jpg Hinweis

Dieses Thema enthält Windows PowerShell-Beispiel-Cmdlets, mit denen Sie einige der beschriebenen Vorgehensweisen automatisieren können. Weitere Informationen finden Sie unter Verwenden von Cmdlets.

  • Für diese Demonstration benötigen Sie zwei physische Server am selben oder an geografisch getrennten Standorten. Auf den Servern sollte Windows Server 2012 oder 2012 R2 ausgeführt werden.

  • Bei der Verwendung von zwei unterschiedlichen Standorten müssen Sie sicherstellen, dass jeder Standort ordnungsgemäß für die Kommunikation zwischen den Servern mit Hyper-V konfiguriert ist. Hyper-V-Replikat beinhaltet vorkonfigurierte eingehende Firewallregeln, die abhängig vom gewählten Authentifizierungsmechanismus (HTTP oder HTTPS) aktiviert werden können.

  • Sie benötigen ausreichenden Speicherplatz zum Hosten replizierter Arbeitsauslastungen.

  • Wenn Sie separate Standorte verwenden, benötigen Sie eine ausreichende Netzwerkbandbreite zwischen den Standorten.

Informationen zum Aktivieren der Hyper-V-Rolle und zum Erstellen eines virtuellen Computers finden Sie unter Installieren von Hyper-V und Erstellen eines virtuellen Computers.

Ein Hyper-V-Hostserver, den Sie als Replikatserver konfigurieren, kann replizierte virtuelle Computerdaten von Primärservern empfangen. Sie können den Replikatserver für das Zulassen der Replikation von nur bestimmten Primärservern, von beliebigen Primärservern oder von einer Sammlung von durch vollqualifizierte Domänennamen mit Platzhalterzeichen festgelegten Primärservern konfigurieren.

In diesem Beispiel wird der Replikatserver für das Zulassen von Replikationsdatenverkehr mit der Kerberos-Authentifizierung über Port 8080 aktiviert.

  1. Stellen Sie sicher, dass eine geeignete eingehende Firewallregel für das Zulassen von eingehendem Replikationsdatenverkehr besteht. Beispielsweise können Sie mit dem folgenden Windows PowerShell-Befehl eine Regeln mit dem Namen "HVRAllowReplicaTraffic" über Port 8080 erstellen. Geben Sie die einzelnen Cmdlets in einer einzelnen Zeile ein, auch wenn es den Anschein hat, dass aufgrund von Formatierungseinschränkungen Zeilenumbrüche vorhanden sind.

    Enable-Netfirewallrule -displayname "Hyper-V Replica HTTP Listener (TCP-In)”  
    
    
  2. Starten Sie den Hyper-V-Manager > Bereich Aktionen für den Server, der der Replikatserver sein soll > Hyper-V-Einstellungen.

  3. Klicken Sie auf Hyper-V-Einstellungen > Replikationskonfiguration.

  4. Wählen Sie Details > Diesen Computer aktivieren als Replikatserver.

  5. Wählen Sie im Abschnitt Authentifizierung und Ports eine zu verwendende Authentifizierungmethode und den zu verwendenden Port aus (wählen Sie für dieses Beispiel die Kerberos-Authentifizierung und den Port 8080). Wenn Sie Kerberos-Authentifizierung verwenden, werden die replizierten Daten nicht über das Netzwerk verschlüsselt. Nur bei der zertifikatbasierten Authentifizierung werden die replizieren Daten während der Übertragung verschlüsselt.

  6. Geben Sie im Abschnitt Autorisierung und Speicherung den Speicherort an, an dem die Replikatdateien des virtuellen Computers gespeichert werden sollen (oder übernehmen Sie den Standardspeicherort). Standardmäßig geben Sie die Primärserver an, die Replikationsdaten an diesen Replikatserver senden dürfen, und den Speicherort, der für den jeweiligen virtuellen Computer verwendet werden soll. Geben Sie den vollqualifizierten Domänennamen (Fully Qualified Domain Name, FQDN) oder die internationale Entsprechung (FQIDN) für einen Server an. Im ersten Oktett können Sie "*" als Platzhalterzeichen verwenden (z. B. "*.contoso.com"). Sie können anstatt der Angabe von zulässigen Primärservern jeden Server zulassen, der für die Replikation von Daten für diesen Replikatserver erfolgreich authentifiziert ist. Klicken Sie zum Beenden auf Übernehmen oder OK.

PowerShell-Logo  Gleichwertige Windows PowerShell-Befehle

Die folgenden Windows PowerShell-Cmdlets erfüllen dieselbe Funktion wie das vorhergehende Verfahren. Geben Sie die einzelnen Cmdlets in einer einzelnen Zeile ein, auch wenn es den Anschein hat, dass aufgrund von Formatierungseinschränkungen Zeilenumbrüche vorhanden sind.

Mit dieser Cmdlets-Sequenz wird der Server für die Replikation mit der Kerberos-Authentifizierung über Port 8080 aktiviert, und die Replikatdaten werden auf dem Volume "D:\Example" gespeichert. Damit ist eine Replikation von beliebigen Servern möglich, die erfolgreich authentifiziert wurden. Alle Schritte müssen von einem Benutzer mit Administratorrechten ausgeführt werden.

Enable-Netfirewallrule -displayname "Hyper-V Replica HTTP Listener (TCP-In)”  

Import-Module Hyper-V  
  

$RecoveryPort = 8080  
$ReplicaStorageLocation = “D:\Example”  
  

Set-VMReplicationServer -ReplicationEnabled $true -AllowedAuthenticationType Integrated -IntegratedAuthenticationPort $RecoveryPort -DefaultStorageLocation $ReplicaStorageLocation -ReplicationAllowedFromAnyServer $true  
  

Für jeden virtuellen Computer können Sie die Replikation unabhängig von der Arbeitsauslastung, die auf dem virtuellen Computer ausgeführt wird, aktivieren (oder nicht).

In diesem Beispiel wird ein virtueller Computer namens "CRMVM" zur Replikation auf dem zuvor aktivierten Replikatserver aktiviert. In diesem Beispiel wird nur der letzte Wiederherstellungspunkt beibehalten, und die erste Replikation erfolgt über das Netzwerk.

  1. Klicken Sie im Hyper-V-Manager mit der rechten Maustaste auf den virtuellen Computer > Replikation aktivieren, um den Assistenten zum Aktivieren der Replikation zu öffnen.

  2. Geben Sie auf der Seite Replikatserver angeben den Name des Replikatservers an, auf dem der virtuelle Computer zum Replizieren des aktuellen virtuellen Computers gehostet werden soll.

  3. Geben Sie auf der Seite Verbindungsparameter angeben den Port an, der für den Empfang des Replikationsdatenverkehrs im Port auf dem Replikatserver konfiguriert wurde (in diesem Beispiel 8080). Wenn das System bereits eine Verbindung mit dem Replikatserver herstellen konnte, werden diese Werte automatisch ausgefüllt.

  4. Wählen Sie entsprechend der auf dem Replikatserver getroffenen Auswahl entweder die Kerberos- oder die zertifikatbasierte gegenseitige Authentifizierung aus. Wählen Sie für dieses Beispiel Kerberos-Authentifizierung (HTTP).

  5. Wählen Sie auf der Seite Virtuelle Festplatten für Replikation auswählen diejenigen Datenträger aus, die nicht für die Replikation des virtuellen Computers verwendet werden sollen, und klicken Sie auf Weiter. Datenträger mit Daten, die für die Ausführung des virtuellen Computers nicht erforderlich sind, nachdem der Betrieb auf den Replikatserver umgeschaltet wurde, können aus der Replikation ausgeschlossen werden. Virtuelle Festplatten mit Daten, die sich schnell ändern und nach dem Failover nicht vom Replikatserver verwendet werden, wie z. B. Datenträger mit Auslagerungsdateien, sollten zum Einsparen von Netzwerkbandbreite aus der Replikation ausgeschlossen werden.

  6. Geben Sie auf der Seite Wiederherstellungsverlauf konfigurieren die Anzahl der Wiederherstellungspunkte an, die auf dem Replikatserver beibehalten werden sollen. Wenn Sie keine zusätzlichen Wiederherstellungspunkte speichern möchten, bleiben auf dem Replikatserver nur die letzten empfangenen Replikatsdaten erhalten. Diese Punkte werden abhängig von der für jede Replikation benötigten Zeit ungefähr alle 5 - 15 Minuten aktualisiert. Zusätzliche Wiederherstellungspunkte werden jeweils jede Stunde erstellt. Sie können auch auswählen, dass anwendungskonsistente Momentaufnahmen in einem angegebenen Intervall gespeichert werden. Diese Momentaufnahmen verwenden den Volumeschattenkopie-Dienst (Volume Shadow Copy Service, VSS) und behalten den Zustand von Anwendungen bei, die gegebenenfalls auf dem zu replizierenden virtuellen Computer ausgeführt werden.

  7. Geben Sie auf der Seite Methode für erste Replikation auswählen die Methode an, mit der Sie die erste Kopie der virtuellen Computerdaten auf den Replikatserver übertragen möchten. Sie haben drei Möglichkeiten:

    • Erste Replikation über das Netzwerk: Bei dieser Option werden die ausgewählten virtuellen Festplatten über das Netzwerk entweder sofort oder zu einer festgelegten Zeit auf den Replikatserver übertragen.

    • Ein bereits vorhandener wiederhergestellter virtueller Computer auf dem Replikatserver (z. B., wenn Sie eine frühere Sicherung des virtuellen Computers auf dem Replikatserver wiederhergestellt haben) als erste Kopie. Bei dieser Option werden nur die Änderungen, die auf dem virtuellen Produktionscomputer seit der letzten Speicherung aufgetreten sind, über das Netzwerk gesendet.

    • Externe Medien. Sie können Netzwerkbandbreite durch Kopieren der ersten Kopie auf externe Medien und anschließendem physischen Bereitstellen der Medien auf dem Replikatstandort einsparen.

    Wählen Sie für dieses Beispiel Erstkopie im Netzwerk senden.

  8. Prüfen Sie auf der Seite Der Assistent zum Aktivieren der Replikation wird abgeschlossen die Information unter Zusammenfassung, und klicken Sie auf Fertig stellen.

PowerShell-Logo  Gleichwertige Windows PowerShell-Befehle

Die folgenden Windows PowerShell-Cmdlets erfüllen dieselbe Funktion wie das vorhergehende Verfahren. Geben Sie die einzelnen Cmdlets in einer einzelnen Zeile ein, auch wenn es den Anschein hat, dass aufgrund von Formatierungseinschränkungen Zeilenumbrüche vorhanden sind.

Mit dieser Cmdlets-Sequenz wird die Replikation für zwei virtuelle Computer ("CRMVM" und "IISVM") aktiviert und gestartet. Alle Schritte müssen von einem Benutzer mit Administratorrechten ausgeführt werden.

Import-Module Hyper-V  
  

$ReplicaServer = “Recovery1.contoso.com”  
$RecoveryPort = 8080  
$PrimaryVM1 = “CRMVM”  
$PrimaryServer = “Primary1.contoso.com”  
  

Set-VMReplication -VMName $PrimaryVM1 -ReplicaServerName $ReplicaServer -ReplicaServerPort $RecoveryPort -AuthenticationType Integrated -CompressionEnabled $true -RecoveryHistory 0  
  

Start-VMInitialReplication –VMName $PrimaryVM1  
  

Sie können den Replikationsstatus im Hyper-V-Manager durch Hinzufügen der entsprechenden Spalte überwachen. Wählen Sie im Menü Ansicht die Option Spalten hinzufügen/entfernen, und fügen Sie der Liste Verfügbare Spalten im Hyper-V-Manager Replikationsstatus hinzu. Sie können den Replikationsstatus auch für einen angegebenen Überwachungsintervall anzeigen. Wählen Sie im Hyper-V-Manager den virtuellen Computer aus, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den replizierenden virtuellen Computer, und wählen Sie für die Option Replikation den Eintrag Replikationsstatus anzeigen....

Im Statusbericht wird der aktuelle Replikationsstatus und der Status der Verbindung angezeigt. Sie können auch die Replikationsstatistik anzeigen.

Um sicherzustellen, dass die replizierten virtuellen Computer (und die darauf ausgeführten Anwendungen) auf dem Replikatserver genauso ordnungsgemäß wie auf dem Primärserver ausgeführt werden, können Sie jederzeit einen Testfailover durchführen. Beim einem Testfailover wird ein temporärer virtueller Computer auf dem Replikatserver erstellt. Sie können alle Anwendungen auf diesem virtuellen Testcomputer ohne Unterbrechung der laufenden Replikation testen. Wenn Sie den Test beenden, wird der temporäre virtuelle Computer gelöscht.

System_CAPS_ICON_note.jpg Hinweis

Dieser virtuelle Testcomputer ist nicht standardmäßig mit einem Netzwerk verbunden. Für die Durchführung von Tests, für die ein Netzwerk erforderlich ist, können Sie die Einstellungen dieses virtuellen Testcomputers auf dieselbe Weise wie für einen normalen virtuellen Computer ändern.

  1. Greifen Sie auf den Replikatserver zu, und klicken Sie im Hyper-V-Manager mit der rechten Maustaste auf den virtuellen Computer, für den Sie den Failover testen möchten, zeigen Sie auf Replikation…, und zeigen Sie dann auf Failover testen….

  2. Wählen Sie einen Wiederherstellungspunkt aus. Dadurch wird ein virtueller Computer mit dem Namen "<virtueller Computername>-Test" (z. B. "CRMVM-Test") erstellt und gestartet.

  3. Führen Sie Ihre Tests auf dem virtuellen Computer durch. Sie könnten beispielsweise überprüfen, ob der virtuelle Computer startet, anhält und beendet wird und ob alle Anwendungen auf dem virtuellen Computer ordnungsgemäß ausgeführt werden.

    System_CAPS_ICON_tip.jpg Tipp

    Nach Abschluss der Tests verwerfen Sie den virtuellen Computer, indem Sie unter der Option Replikation den Eintrag Testfailover beenden auswählen oder einfach den virtuellen Testcomputer direkt löschen.

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Die folgenden Windows PowerShell-Cmdlets erfüllen dieselbe Funktion wie das vorhergehende Verfahren. Geben Sie die einzelnen Cmdlets in einer einzelnen Zeile ein, auch wenn es den Anschein hat, dass aufgrund von Formatierungseinschränkungen Zeilenumbrüche vorhanden sind.

Mit dieser Cmdlets-Sequenz wird ein Testfailover des virtuellen Computers "CRMVM" durchgeführt.

$ReplicaVM1 = “CRMVM”  
  

$TestReplicaVM1 = Start-VMFailover -AsTest -VMName $ReplicaVM1  
  

Start-VM $TestReplicaVM1  
  

Zum Beenden des Testfailovers und Verwerfen des virtuellen Computers:

Stop-VMFailover –VMName $ReplicaVM1  
  

In einem geplanten Failover werden die letzten Änderungen auf dem primären virtuellen Computer auf dem entsprechenden virtuellen Replikatcomputer repliziert, dann wird der virtuelle Replikatcomputer gestartet und die Last vom Primärserver auf den Replikatserver ohne Datenverlust übertragen. Ein geplanter Failover wird beispielsweise zum Demonstrieren und Bestätigen, dass ein Notfallwiederherstellungsszenario einsatzbereit ist, oder zum Ausführen von Wartungen oder Upgrades durchgeführt, für die das Herunterfahren des physischen Primärservers erforderlich wäre.

  1. Führen Sie das Verfahren in Schritt 2: Konfigurieren eines Replikatservers zum Konfigurieren des primären Servers aus, der die replizierten Daten empfangen soll, falls Sie dies nicht bereits erledigt haben. Sie haben möglicherweise bereits anhand des Verfahrens den Replikatserver konfiguriert, aber für einen geplanten Failover muss der primäre Server auch für die Replikation aktiviert sein, daher müssen Sie ggf. Schritt 2 für den Primärserver wiederholen.

  2. Starten Sie den Hyper-V-Manager auf dem Primärserver, und wählen Sie einen virtuellen Computer aus, für den ein Failover ausgeführt werden soll. Schalten Sie den virtuellen Computer aus, für den der Failover ausgeführt werden soll.

  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den virtuellen Computer, zeigen Sie auf Replikation, und zeigen Sie anschließend auf Geplantes Failover.

  4. Klicken Sie auf Failover ausführen, um den Betrieb tatsächlich auf den virtuellen Computer auf dem Replikatserver zu übertragen. Der Failover wird nur ausgeführt, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Wenn Sie die Anweisungen in dieser Demonstration befolgt haben, sollte der Failover aber problemlos erfolgen.

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Die folgenden Windows PowerShell-Cmdlets erfüllen dieselbe Funktion wie das vorhergehende Verfahren. Geben Sie die einzelnen Cmdlets in einer einzelnen Zeile ein, auch wenn es den Anschein hat, dass aufgrund von Formatierungseinschränkungen Zeilenumbrüche vorhanden sind.

Mit dieser Cmdlets-Sequenz wird ein geplanter Failover des virtuellen Computers "CRMVM" durchgeführt, sofern der primäre Server (zusätzlich zum Replikatserver) für das Zulassen von Replikationsdatenverkehr mit dem Verfahren in Schritt 2 konfiguriert wurde. Führen Sie diese Cmdlets auf dem Primärserver aus:

Stop-VM $PrimaryVM1  
Start-VMFailover -VMName $PrimaryVM1 –prepare  
  

Führen Sie anschließend diese Cmdlets auf dem Replikatserver aus:

$ReplicaVM1 = “CRMVM”  
Start-VMFailover -VMName $ReplicaVM1  
Set-VMReplication -reverse -VMName $ReplicaVM1  
Start-VM $ReplicaVM1  
  

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