Grundlegendes zu IRM in Exchange 2010-Hybridbereitstellungen

Exchange 2010
 

Gilt für: Exchange Server 2010 SP2, Exchange Server 2010 SP3

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2016-11-28

Die Verwaltung von Informationsrechten (Information Rights Management, IRM) unterstützt Sie beim Schutz vor dem Verlust vertraulicher Daten, indem ein dauerhafter Online- und Offlineschutz von E-Mail-Nachrichten und -Anlagen bereitgestellt wird. Sowohl Exchange 2010 in Ihrer lokalen Organisation als auch Exchange Online in Office 365 für Unternehmen unterstützen die Verwaltung von Verwaltungsrechten (IRM). Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den beiden Implementierungen, und Sie müssen die Verwaltung von Informationsrechten in der Exchange Online-Organisation konfigurieren, bevor diese von Benutzern in dieser Organisation verwendet werden kann.

IRM werden die Active Directory-Rechteverwaltungsdienste (Active Directory Rights Management Services, AD RMS), eine Komponente von Windows Server 2008 R2. Die Rechteverwaltungsdienste gestatten es den Benutzern, durch Rechte geschützte Inhalte zu erstellen, z. B. E-Mail-Nachrichten und Anlagen, und dann können sie steuern, wie dieser Inhalt verwendet wird und an wen dieser verteilt wird. Benutzer können Vorlagen angeben, die bestimmen, wie der Inhalt verwendet werden kann. Ein Benutzer kann z. B. angeben, dass eine E-Mail-Nachricht nicht an andere Empfänger weitergeleitet werden darf oder dass Informationen in der Nachricht nicht kopiert werden können.

Weitere Informationen zur Verwaltung von Informationsrechten in Exchange 2010 erhalten Sie unter: Grundlegendes zur Verwaltung von Informationsrechten

Weitere Informationen zu AD RMS erhalten Sie unter: Active Directory-Rechteverwaltungsdienste (Übersicht)

Weitere Informationen zum Konfigurieren der Verwaltung von Informationsrechten erhalten Sie unter: Konfigurieren von IRM in Exchange 2010-Hybridbereitstellungen

Exchange verwendet AD RMS-Server in der Active Directory-Gesamtstruktur, in der Exchange-Server installiert ist. Für Ihre lokalen Exchange 2010-Server werden die AD RMS-Server verwendet. Für Ihre Exchange Online-Organisation werden AD RMS-Server verwendet, die innerhalb der Microsoft Office 365-Datacenter verwaltet werden. Die AD RMS-Konfiguration, die in den einzelnen Exchange-Organisationen verwendet wird, ist von anderen AD RMS-Bereitstellungen unabhängig.

Die AD RMS-Konfiguration, und daher die IRM-Konfiguration, wird nicht automatisch zwischen Ihrer lokalen Exchange-Organisation und der Exchange Online-Organisation repliziert. Von Ihnen definierte AD RMS-Vorlagen werden nicht automatisch in die Exchange Online-Organisation kopiert. Wenn dieselbe AD RMS-Vorlage in der Exchange Online-Organisation verfügbar sein soll, müssen Sie die Vorlagen manuell aus Ihrer lokalen Organisation exportieren und auf die cloudbasierte Organisation anwenden. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt IRM-Konfiguration in Hybridbereitstellungen weiter unten in diesem Thema.

Die auf einen Benutzer angewendete IRM-Konfiguration hängt vom Client ab, den der Benutzer verwendet, und vom Speicherort des Benutzerpostfachs. In der folgenden Tabelle wird der von einem Benutzer verwendete AD RMS-Server angezeigt.

Aktiver AD RMS-Server

Client Lokales Postfach Cloud-basiertes Postfach

Outlook 2007 oder Outlook 2010

Lokaler AD RMS

Lokaler AD RMS

Outlook Web App

Lokaler AD RMS

Exchange Online-AD RMS

ActiveSync-Gerät

Lokaler AD RMS

Exchange Online-AD RMS

Es ist möglich, dass in Abhängigkeit davon, welche AD RMS-Konfiguration Sie in Ihren lokalen und Exchange Online-Organisationen einrichten, einem Benutzer, der Outlook 2007 und Outlook Web App verwendet, möglicherweise abweichende AD RMS-Vorlagen angezeigt werden. Aus diesem Grund wird dringend empfohlen, dass Sie dieselben Vorlagen sowohl auf Ihre lokalen als auch auf Exchange Online-Organisationen anwenden.

Für Outlook-Clientbenutzer sollte sich unabhängig davon kein Unterschied bei der IRM-Erfahrung ergeben, ob sich ihr Postfach in der lokalen oder in der Exchange Online-Organisation befindet.

Ein Outlook Web App-Benutzer, dessen Postfach sich auf einem Exchange 2010-Server befindet, kann durch Rechte geschützte Nachrichten nur öffnen, nachdem das Internet Explorer-Add-In für die Rechteverwaltung installiert wurde. Sie können weder auf Nachrichten antworten, die durch Rechte geschützt sind, noch neue durch Rechte geschützte Nachrichten erstellen.

Ein Outlook Web App-Benutzer, dessen Postfach sich in Exchange Online befindet, kann durch Rechte geschützte Nachrichten ohne zusätzliche Software öffnen, beantworten und neue durch Rechte geschützte Nachrichten erstellen.

Lokale Exchange 2010-Server verwenden den AD RMS-Vorlizenzierungs-Agent zum Entschlüsseln von Nachrichten, die durch Rechte geschützt sind, damit die Benutzer keine Anmeldeinformationen bereitstellen müssen, wenn sie diese Nachrichten öffnen. Der lokale Exchange 2010-Server kontaktiert den lokalen AD RMS-Server, um die Verwendungsrichtlinien und -rechte zu überprüfen und die Autorisierung zum Entschlüsseln der Nachricht anzufordern.

Die Exchange Online-Organisation stellt verschiedene IRM-bezogene Funktionen bereit, die Exchange Online-AD RMS nutzen. Diese Funktionen, z. B. die Journalberichtentschlüsselung, stellen den Inhalt von Nachrichten, die durch Rechte geschützt sind, für Exchange-Dienste zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Die verschlüsselten Inhalte einer Journalnachricht können z. B. zusammen mit der ursprünglichen, durch Rechte geschützten Nachricht gespeichert werden, um eine einfachere Erkennung zu ermöglichen. Zusätzlich können IRM-Vorlagen automatisch auf Nachrichten angewendet werden, die entweder Outlook-Schutzregeln oder -Transportregeln verwenden, um sicherzustellen, dass die Nachrichten hinsichtlich dem Informationsschutz den Unternehmensrichtlinien entsprechen.

IRM in Exchange ist von der Bereitstellung von AD RMS in der Active Directory-Gesamtstruktur abhängig, in der sich der Exchange-Server befindet. Die AD RMS-Konfiguration wird nicht automatisch zwischen den lokalen Organisationen und den Exchange Online-Organisationen synchronisiert. Sie müssen die AD RMS-Konfiguration, die sogenannte vertrauenswürdige Veröffentlichungsdomäne (Trusted Publishing Domain, TPD), manuell von Ihrem lokalen AD RMS-Server exportieren und diese Konfiguration in die Exchange Online-Organisation importieren. Die vertrauenswürdige Veröffentlichungsdomäne enthält die AD RMS-Konfiguration, einschließlich der Vorlagen, die von der Exchange Online-Organisation für die Verwaltung der Informationsrechte benötigt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: Aspekte zur vertrauenswürdigen AD RMS-Veröffentlichungsdomäne (möglicherweise in englischer Sprache).

Zusätzlich zum Anwenden Ihrer lokalen AD RMS-Konfiguration auf die Exchange Online-Organisation müssen Sie sicherstellen, dass Outlook- und ActiveSync-Clients außerhalb Ihres lokalen Netzwerks eine Verbindung mit Ihren AD RMS-Servern herstellen können. Dies ist erforderlich, wenn diese Clients Zugriff auf durch Rechte geschützte Nachrichten außerhalb Ihres lokalen Netzwerks erhalten sollen.

Nachdem Sie das lokale Netzwerk konfiguriert und die Daten der vertrauenswürdigen Veröffentlichungsdomäne exportiert haben, müssen Sie die Exchange Online-Organisation konfigurieren, indem Sie die Daten der vertrauenswürdigen Veröffentlichungsdomäne importieren und die Verwaltung der Informationsrechte aktivieren.

HinweisHinweis:
Bei jeder Änderung Ihrer lokalen AD RMS-Konfiguration müssen Sie die neue Konfiguration manuell in der Exchange Online-Organisation anwenden. Dazu exportieren Sie die Daten der vertrauenswürdigen Veröffentlichungsdomäne vom lokalen AD RMS-Server und importieren sie in die Exchange Online-Organisation.

Weitere Informationen finden Sie unter: Konfigurieren von IRM in Exchange 2010-Hybridbereitstellungen

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