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Planen und Bereitstellen der schlanken Speicherzuweisung

Veröffentlicht: September 2012

Letzte Aktualisierung: September 2014

Betrifft: Windows Server 2012, Windows Server 2012 R2



Bevor Sie die schlanke Speicherzuweisung in Windows Server 2012 verwenden, sollten Sie herausfinden, ob die schlanke Speicherzuweisung für die Umgebung geeignet ist, sowie deren Verwendung planen. Als Systemadministrator sollten Sie eng mit dem Speicheradministrator und anderen IT-Fachkräften zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Sie genaue Vorhersagen zu erforderlichen Datenträgerkapazitäten machen, dass Sie sich auf Schwellenwertbenachrichtigungs-Einstellungen einigen, die Ihnen genug Zeit geben, um auf Datenträgerspeicherprobleme zu reagieren, und dass der Systemadministrator und der Speicheradministrator eine koordinierte Reaktion auf Ereignisse und Warnungen entwickeln.

Inhalt dieses Themas

noteHinweis
Um die schlanke Speicherzuweisung in Windows Server 2012 vollständig zu unterstützen, einschließlich der Speicherplatzrückgewinnung (auch bekannt als Kürzung auf Dateiebene), muss das Speicherarray den Zertifizierungsanforderungen für Windows Server 2012 entsprechen.

Bevor Sie die schlanke Speicherzuweisung verwenden, müssen Sie sicherstellen, dass dies eine passende Speicherlösung für Ihre Umgebung ist. Die schlanke Speicherzuweisung eignet sich nicht für alle Speicherverbrauchsmodelle. Sie sollten die schlanke Speicherzuweisung verwenden, wenn die folgenden Bedingungen zutreffen:

  • Der Speicherverbrauch auf einem Speichervolume ist relativ vorhersehbar oder es handelt sich um ein beständiges Verwendungsmuster.

  • Das Speichervolume kann einen kurzen Ausfall tolerieren. Sie sollten die schlanke Speicherzuweisung zum Beispiel nicht verwenden, falls ein geschäftskritisches Clusterlaufwerk keine Ausfallzeiten oder Verzögerungen tolerieren kann, die durch die schlanke Speicherzuweisung verursacht werden. Es kann beispielsweise Verzögerungen aufgrund von temporärer Ressourcenauslastung oder Speicherplatzrückgewinnung geben, die nach dem Löschen großer Dateien auftritt.

  • Es gibt ausreichend Speicherplatz-Überwachungsprozesse, die anzeigen, wenn kritische Schwellenwerte überschritten werden. Sie sollten über genau definierte Richtlinien für Überwachung und Reaktion verfügen.

  • Sie sollten die Zeiterfordernis verstehen, bis neuer Speicherplatz erworben werden kann. Falls Sie den Ressourcenbeschaffungsprozess für Speicherplatz nicht verstehen, sind logische Einheiten (LUNs) mit schlanker Speicherzuweisung möglicherweise permanenter Ressourcenauslastung ausgesetzt.

Vorhersagbarer Speicherplatz ist extrem wichtig für eine LUN-Bereitstellung mit schlanker Speicherzuweisung. Ein Speicherarray, das schlanke Speicherzuweisung unterstützen kann, ermöglicht Speicheradministratoren, große LUNs mit wenig physischem Datenträgerspeicherplatz zu erstellen. Ein LUN mit schlanker Speicherzuweisung funktioniert wie ein virtuelles Speichergerät. Physische Datenträgerressourcen werden nur bei Bedarf zugewiesen. Dies reduziert die Menge an nicht verwendeter physischer Datenträgerkapazität und verbessert die Effizienz des Speicherverbrauchs. Es entsteht jedoch das Risiko, dass Ihnen der physische Datenträgerspeicherplatz ausgehen wird, wenn Sie nicht sorgfältig planen und Kapazitätsanforderungen vorhersagen.

Es gibt zwei einfache Prognoseansätze: quantitativ und qualitativ. Für die Speicherressourcenprognose werden am besten beide Methoden kombiniert.

  • Quantitative Prognose. Bei der quantitativen Prognose werden statistische Analysen verwendet, um den Ressourcenverbrauch in der Vergangenheit zu analysieren. Dies bietet eine Grundlage, um den zukünftigen Ressourcenverbrauch zu bestimmen. Die quantitative Analyse bietet eine prognostizierte Wachstumsrate für den Speicherressourcenverbrauch, und bietet Erkenntnisse über möglicherweise auftretende saisonale Höhepunkte, zum Beispiel jährliche Anwendungsveröffentlichungen oder halbjährliche Migrationen zu Data Warehouses. Der größte Nachteil der Verwendung rein quantitativer Prognosen ist, dass der vergangene Verbrauch nicht immer eine genaue Vorhersage der zukünftigen Bedürfnisse zulässt.

  • Qualitative Prognose. Bei der qualitativen Prognose wird die Erfahrung des IT-Teams und anderer Beteiligter genutzt, um die Bedürfnisse auf Grundlage von realem Wissen und Erfahrung zu treffen. Wir empfehlen, dass Sie als Team arbeiten und die Erkenntnisse der Systemadministratoren, Speicheradministratoren, Branchenanwendungsbesitzer und Seniormanager nutzen, die Ihnen bei einer möglichst genauen Prognose helfen können.

Wir empfehlen zudem, dass Sie Folgendes bei der Kapazitätenplanung berücksichtigen:

  • Sammeln Sie Prognosedaten aus der IT-Abteilung. Kommunizieren Sie den Senior-IT-Managern und Geschäftseinheiten dabei die Wichtigkeit der Prognose.

  • Entwickeln Sie genaue Metriken. Es ist entscheidend, passende Prognosemetriken zu entwickeln, die für alle interessierten Parteien aussagekräftig sind. Aussagekräftige Metriken können den Wert der Initiative für Beteiligte, wie etwa Seniormanager, festigen.

  • Diskutieren Sie das Kapazität-bei-Nachfrage-Modell mit den Speicherplatzanbietern. Ein Kapazität-bei-Nachfrage-Kaufprozess ist eine risikoarme Möglichkeit, einen Ressourcenplan flexibel zu gestalten.

Verwenden Sie die Ergebnisse der Speicherressourcenprognose, um einen Plan für die Bereitstellung von LUNs mit schlanker Speicherzuweisung zu erstellen und physischen Speicherplatz zu erwerben. Wenn die Speicherplatzkapazitätsprognose nicht verfügbar oder verlässlich ist, sollten Sie die schlanke Speicherzuweisung nicht verwenden.

Ein Speicheradministrator kann Einstellungen für Schwellenwertbenachrichtigungen und Ressourcenauslastung konfigurieren.

Einstellungen für Schwellenwertbenachrichtigungen

Eine Schwellenwertbenachrichtigung für die schlanke Speicherzuweisung ist eine Warnungseinstellung, die Systemadministratoren und Speicheradministratoren warnt, wenn ein Kapazitätsschwellenwert erreicht wurde. Zwei Schwellenwerttypen stehen zur Verfügung: LUN-Schwellenwert und Pool-Schwellenwert. Ein Speicheradministrator muss diese Schwellenwerte mithilfe der Speicherverwaltungstools des Anbieters konfigurieren. Wenn ein Schwellenwert erreicht wird, protokolliert das Windows Server-Betriebssystem ein Ereignis in der Ereignisanzeige, um den Systemadministrator zu warnen, dass der Ressourcenverbrauchs- oder der Verfügbarkeitsschwellenwert für LUN oder Pool erreicht wurde.

Als Systemadministrator sollten Sie mit dem Speicheradministrator zusammenarbeiten, um die Einstellungen für Schwellenwertbenachrichtigungen endgültig festzulegen. Wir empfehlen folgende bewährten Verfahren:

  • Wenn ein Systemadministrator LUNs mit schlanker Speicherzuweisung vom Speicheradministrator anfordert, sollte der Systemadministrator die gewünschten Einstellungen für Schwellenwertbenachrichtigungen zur Verfügung stellen.

  • Wenn der Systemadministrator die gewünschten Einstellungen für Schwellenwertbenachrichtigungen nicht zur Verfügung stellt, sollte der Speicheradministrator eine vernünftige Schwellenwerteinstellung festlegen und den Systemadministrator darüber informieren.

Einstellungen für die Ressourcenauslastung

Für LUNs mit schlanker Speicherzuweisung gibt es zwei Arten von Ressourcenauslastung: temporär und permanent.

  • Einstellungen für die temporäre Ressourcenauslastung. Die temporäre Ressourcenauslastung tritt auf, wenn LUNs die konfigurierte Größenbeschränkung erreichen (oder Automatisch vergrößern aktiviert ist). Wenn Automatisch vergrößern oder Überzeichnung für LUNs unterstützt wird, kann das Speicherarray die Einstellungen für die temporäre Ressourcenauslastung verwenden, um mit dem Hostserver zu interagieren, während es der LUN mehr Ressourcen zuweist. Falls eine temporäre Ressourcenauslastung auftritt, wird die Anwendung, die den Datenträger verwendet, nicht unterbrochen oder angehalten.

  • Einstellungen für die permanente Ressourcenauslastung. Die permanente Ressourcenauslastung stellt eine harte Grenze für den LUN-Kapazitätenverbrauch dar. Dadurch wird verhindert, dass LUNs unerwartet Kapazitäten nutzen, wenn andere LUNs diese benötigen. Falls die Ressourcenauslastung permanent ist, kann das Speicherarray nicht mehr Ressourcen zur LUN zuteilen. Der Windows-Partitions-Manager setzt die LUNs offline, wenn der Schwellenwert für die permanente Ressourcenauslastung erreicht ist.

    noteHinweis
    Es ist wichtig, dass der Systemadministrator und der Speicheradministrator die Einstellungen für die permanente Ressourcenauslastung bestätigen.

Nachdem Sie LUNs mit schlanker Speicherzuweisung für Anwendungen und Datenserver bereitstellen, werden Schwellenwertbenachrichtigung und Einstellungen für die Ressourcenauslastung vom Speicheradministrator konfiguriert. Der Systemadministrator und der Speicheradministrator überwachen und reagieren auf entsprechende Ereignisse.

Sie können die Schwellenwertbenachrichtigungen für die schlanke Speicherzuweisung im Systemprotokoll in der Ereignisanzeige oder in den Speicherverwaltungstools des Anbieters überwachen. In der folgenden Tabelle sind die Warnereignisse für Schwellenwertbenachrichtigungen aufgeführt.

 

Ereignis-ID Allgemeine Informationen

144

Schwellenwertbenachrichtigung ohne zusätzliche Informationen

145

Schwellenwertbenachrichtigung ohne spezifische Informationen

146

Schwellenwertbenachrichtigung mit Informationen zu verbrauchter LUN-Kapazität und verfügbarer LUN-Kapazität

147

Schwellenwertbenachrichtigung mit Informationen zu verbrauchter LUN-Kapazität und verfügbarer Pool-Kapazität

148

Schwellenwertbenachrichtigung mit Informationen zu verbrauchter Pool-Kapazität und verfügbarer LUN-Kapazität

149

Schwellenwertbenachrichtigung mit Informationen zu verbrauchter Pool-Kapazität und verfügbarer Pool-Kapazität

Wenn ein Schwellenwertbenachrichtigungsereignis erkannt wird, sollte der Systemadministrator den Speicheradministrator sofort darüber informieren, dann ein Ereignis aufgetreten ist, und die Ereignisdetails zur Verfügung stellen. Führen Sie dazu gemeinsam die folgenden Schritte aus:

  1. Überprüfen Sie die Systemprotokollinformationen, den LUN-Verwendungsstatus und die Pool-Verbrauchsstufe.

  2. Überschlagen Sie die LUN- und Pool-Kapazitätsanforderungen.

  3. Erweitern Sie die LUN-Größe oder Pool-Größe nach Bedarf.

  4. Legen Sie in den Speicherverwaltungstools erneut die Einstellungen für Schwellenwertbenachrichtigungen fest.

So reagieren Sie auf eine permanente Ressourcenauslastung

Wenn ein Schwellenwert für die permanente Ressourcenauslastung erreicht ist, passiert Folgendes:

  • Ereignis 150 wird im Systemprotokoll protokolliert.

  • Die LUN mit schlanker Speicherzuweisung wird offline genommen und ist daher nicht mehr verfügbar.

Wenn dies eintritt, können Sie folgende Schritte nutzen, um die Offline-LUN wiederherzustellen:

  1. Der Systemadministrator überprüft die Informationen, die mit Ereignis-ID 150 im Systemprotokoll verbunden sind.

  2. Der Systemadministrator informiert den Speicheradministrator über das Problem.

  3. Der Speicheradministrator erweitert entweder die LUN-Kapazität oder fügt mehr physische Datenträgerressourcen hinzu, um die permanente Ressourcenauslastung zu beheben.

  4. Der Speicheradministrator benachrichtigt den Systemadministrator über die Änderung des LUN-Status.

  5. Der Systemadministrator verwendet Datei- und Speicherdienste in Server-Manager oder das Datenträgerverwaltungstool, um den Datenträger erneut zu scannen, ihn online zu stellen, und die Datenträgergröße zu erhöhen.

In Windows Server 2012 führt das System beim Löschen einer großen Datei eine Speicherplatzrückgewinnung entsprechend der Speicherarrayeinstellung durch. Das Löschen großer Dateien kann die Leistung regulärer E/A beeinträchtigen. Führen Sie eine der folgenden Aktionen aus, um dies zu vermeiden:

  • Konfigurieren Sie eine Registrierungseinstellung, um die Dateilöschbenachrichtigung zu deaktivieren, die eine Echtzeit-Speicherplatzrückgewinnung auslöst. Wenn Sie diese Einstellung konfigurieren, wird dadurch die Dateilöschbenachrichtigung für alle LUNs deaktiviert, die dem Host zugeordnet sind.

  • Falls Sie Echtzeit-Speicherplatzrückgewinnung verwenden möchten, aber eine LUN mit schlanker Speicherzuweisung haben,die von einer sehr unbeständigen Anwendung mit häufigen Dateilöschvorgängen verwendet wird, empfehlen wir, die LUN mit schlanker Speicherzuweisung in eine LUN mit dicker (oder vollständiger) Speicherzuweisung zu konvertieren. Ein Speicheradministrator kann dies mithilfe der Speicherverwaltungstools des Anbieters konfigurieren.

Folgen Sie diesen Schritten, um die Dateilöschbenachrichtigung in der Registrierung zu deaktivieren.

CautionAchtung
Durch eine fehlerhafte Bearbeitung der Registrierung können schwerwiegende Schäden am System verursacht werden. Bevor Sie Änderungen an der Registrierung vornehmen, sollten Sie alle wichtigen Computerdaten sichern.

  1. Starten Sie den Registrierungs-Editor.

  2. Suchen Sie den folgenden Registrierungsunterschlüssel:

    HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\FileSystem

  3. Doppelklicken Sie auf DisableDeleteNotification.

  4. Geben Sie im Feld Wert den Wert 1 ein, und klicken Sie dann auf OK.

Falls Sie Fragen oder Bedenken hinsichtlich des Status der Speicherplatzrückgewinnung haben, empfehlen wir, den Speicheradministrator oder Speicherarrayanbieter zu kontaktieren, um genauere Informationen oder Empfehlungen zur Fehlerbehebung zu erhalten.

Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Ressourcen:

 

Inhaltstyp Ressourcen

Produktbewertung

Thin Provisioning and Trim Storage Overview | Schlanke Speicherzuweisung in Windows Server 2012

Hardwarezertifizierungsanforderungen

Windows 8-Hardwarezertifizierungsanforderungen

noteHinweis
Sehen Sie sich im Dokument „Windows 8-Geräteanforderungen“, das auf der Website verfügbar ist, den Abschnitt )Device.Storage.Hd.ThinProvisioning“ an.

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