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Microsoft-Sicherheitsempfehlung 2718704

Nicht autorisierte digitale Zertifikate können Spoofing ermöglichen

Veröffentlicht: Sonntag, 3. Juni 2012 | Aktualisiert: Mittwoch, 13. Juni 2012

Version: 1.1

Allgemeine Informationen

Kurzzusammenfassung

Microsoft ist sich aktiver Angriffe bewusst, bei denen nicht autorisierte digitale Zertifikate verwendet werden, die von einer Microsoft-Zertifizierungsstelle abgeleitet wurden. Mit einem nicht autorisierten Zertifikat können Inhalte nachgeahmt, Phishingangriffe oder Man-in-the-Middle-Angriffe durchgeführt werden. Dieses Problem betrifft alle unterstützten Versionen von Microsoft Windows.

Microsoft stellt ein Update für alle unterstützten Versionen von Microsoft Windows bereit. Mit dem Update wird das Vertrauen folgender vorläufiger CA-Zertifikate widerrufen:

  • Microsoft Enforced Licensing Intermediate PCA (2 Zertifikate)
  • Microsoft Enforced Licensing Registration Authority CA (SHA1)

Empfehlung. Benutzern unterstützter Versionen von Microsoft Windows empfiehlt Microsoft, das Update sofort mithilfe von Updateverwaltungssoftware zu installieren oder mithilfe des Dienstes Microsoft Update auf Updates zu prüfen. Weitere Informationen finden Sie in dem Abschnitt Empfohlene Maßnahmen dieser Empfehlung.

Details der Empfehlung

Problemverweise

Weitere Informationen zu diesem Problem finden Sie unter den folgenden Verweisen:

VerweiseIdentifizierung
Microsoft Knowledge Base-Artikel 2718704

Betroffene Software und Geräte

In dieser Empfehlung werden folgende betroffene Software und Geräte erörtert.

Betroffene Software
Betriebssystem
Windows XP Service Pack 3
Windows XP Professional x64 Edition Service Pack 2
Windows Server 2003 Service Pack 2
Windows Server 2003 x64 Edition Service Pack 2
Windows Server 2003 mit SP2 für Itanium-basierte Systeme
Windows Vista Service Pack 2
Windows Vista x64 Edition Service Pack 2
Windows Server 2008 für 32-Bit-Systeme Service Pack 2
Windows Server 2008 für x64-basierte Systeme Service Pack 2
Windows Server 2008 für Itanium-basierte Systeme Service Pack 2
Windows 7 für 32-Bit-Systeme
Windows 7 für 32-Bit-Systeme Service Pack 1
Windows 7 für x64-basierte Systeme
Windows 7 für x64-basierte Systeme Service Pack 1
Windows Server 2008 R2 für x64-basierte Systeme
Windows Server 2008 R2 für x64-basierte Systeme Service Pack 1
Windows Server 2008 R2 für Itanium-basierte Systeme
Windows Server 2008 R2 für Itanium-basierte Systeme Service Pack 1
Server Core-Installationsoption
Windows Server 2008 für 32-Bit-Systeme Service Pack 2 (Server Core-Installation)
Windows Server 2008 für x64-basierte Systeme Service Pack 2 (Server Core-Installation)
Windows Server 2008 R2 für x64-basierte Systeme (Server Core-Installation)
Windows Server 2008 R2 für x64-basierte Systeme Service Pack 1 (Server Core-Installation)

Nicht betroffene Geräte
Windows Mobile 6.x
Windows Phone 7
Windows Phone 7.5

Warum wurde diese Empfehlung am 13. Juni 2012 überarbeitet ?
Microsoft hat diese Empfehlung überarbeitet, um Benutzer darüber zu benachrichtigen, dass Microsoft nach weiterer Untersuchung festgestellt hat, dass Geräte mit Windows Mobile 6.x, Windows Phone 7 und Windows Phone 7.5 nicht von dem Problem betroffen sind.

Was genau umfasst diese Empfehlung?
Mit dieser Empfehlung sollen Benutzer darüber benachrichtigt werden, dass Microsoft bestätigt hat, dass zwei nicht autorisierte Zertifikate von Microsoft veröffentlicht wurden, die bei aktiven Angriffen verwendet werden. Während unserer Untersuchung wurde eine dritte Zertifizierungsstelle gefunden, die Zertifikate mit schwacher Verschlüsselung veröffentlicht hat.

Microsoft hat ein Update für alle unterstützten Versionen von Microsoft Windows veröffentlicht, mit dem das Problem behoben wird.

Werden mit diesem Update weitere nicht autorisierte digitale Zertifikate behoben?
Ja, zusätzlich zum Beheben der drei in dieser Empfehlung beschriebenen nicht autorisierten Zertifikate ist dieses Update kumulativ und behebt nicht autorisierte digitale Zertifikate, die in vorherigen Empfehlungen beschrieben sind: Microsoft-Sicherheitsempfehlung 2524375, Microsoft-Sicherheitsempfehlung 2607712 und Microsoft-Sicherheitsempfehlung 2641690.

Ist Windows 8 Consumer Preview von der in dieser Empfehlung beschriebenen Sicherheitsanfälligkeit betroffen ?
Ja. Das Update ist für die Windows 8 Consumer Preview-Veröffentlichung erhältlich. Endbenutzer von Windows 8 Consumer Preview sind angehalten, die Updates auf ihren Systemen zu installieren. Die Updates sind nur auf Windows-Update verfügbar.

Ist Windows 8 Release Preview von der in dieser Empfehlung beschriebenen Sicherheitsanfälligkeit betroffen ?
Ja. Das Update ist für die Windows 8 Release Preview-Veröffentlichung erhältlich. Endbenutzer von Windows 8 Release Preview sind angehalten, die Updates auf ihren Systemen zu installieren. Die Updates sind nur auf Windows-Update verfügbar.

Was ist Kryptografie?
Kryptografie ist die Wissenschaft des Sicherns von Informationen, indem diese aus ihrem normalen, lesbaren Zustand (Klartext genannt) in einen Zustand konvertiert werden, in dem die Daten verschleiert sind (Chiffretext genannt).

In allen Formen der Kryptografie wird ein als Schlüssel bekannter Wert in Verbindung mit einem Verfahren namens Kryptoalgorithmus verwendet, um Klartextdaten in Chiffretext zu transformieren. In der vertrautesten Art der Kryptografie, der Kryptografie mit einem geheimen Schlüssel, wird der Chiffretext mit dem gleichen Schlüssel zurück in Klartext transformiert. In einer zweiten Art der Kryptografie jedoch, der Kryptografie mit öffentlichen Schlüsseln, wird ein anderer Schlüssel verwendet, um den Chiffretext zurück in Klartext zu transformieren.

Was versteht man unter einem „digitalen Zertifikat“?
Bei der Kryptografie mit öffentlichen Schlüsseln muss einer der Schlüssel, der private Schlüssel, geheim gehalten werden. Der andere Schlüssel, der öffentliche Schlüssel, ist dafür vorgesehen, für alle Welt freigegeben zu werden. Für den Eigentümer des Schlüssels muss es jedoch eine Möglichkeit geben, der Welt mitzuteilen, wem der Schlüssel gehört. Dies kann mithilfe von digitalen Zertifikaten geschehen. Ein digitales Zertifikat ist ein gegen Eingriffe gesichertes Datenpaket, das einen öffentlichen Schlüssel zusammen mit Informationen dazu enthält: wer der Besitzer ist, wofür es verwendet werden kann, wann es abläuft und so weiter.

Wofür werden Zertifikate verwendet?
Zertifikate werden hauptsächlich dazu verwendet, die Identität einer Person oder eines Geräts zu überprüfen, einen Dienst zu authentifizieren oder Dateien zu verschlüsseln. Normalerweise müssen Sie gar nicht an Zertifikate denken. Unter Umständen wird Ihnen jedoch eine Nachricht angezeigt, die Ihnen mitteilt, dass ein Zertifikat ungültig oder abgelaufen ist. In solchen Fällen sollten Sie den Anweisungen in der Nachricht folgen.

Was ist eine Zertifizierungsstelle (CA)?
Zertifizierungsstellen sind die Unternehmen, die Zertifikate veröffentlichen. Sie richten öffentliche Schlüssel ein, die Personen oder andere Zertifizierungsstellen gehören, und überprüfen deren Echtheit. Außerdem überprüfen sie die Identität einer Person oder eines Unternehmens, die um ein Zertifikat bittet.

Was ist eine Zertifikatvertrauensliste (CTL)?
Zwischen dem Empfänger einer signierten Nachricht und dem Unterzeichner der Nachricht muss Vertrauen bestehen. Dieses Vertrauen kann durch ein Zertifikat hergestellt werden; das ist ein elektronisches Dokument, mit dem überprüft wird, ob die Organisationen oder Personen diejenigen sind, die sie vorgeben, zu sein. Ein Zertifikat wird einer Organisation durch einen Drittanbieter ausgestellt, dem beide Parteien vertrauen. Dadurch entscheidet jeder Empfänger einer signierten Nachricht, ob der Herausgeber des Zertifikats des Unterzeichners vertrauenswürdig ist. CryptoAPI hat eine Methode implementiert, die Anwendungsentwicklern ermöglicht, Anwendungen zu erstellen, die Zertifikate automatisch anhand einer vordefinierten Liste von vertrauenswürdigen Zertifikaten oder Stammzertifikaten überprüfen. Diese Liste vertrauenswürdiger Organisationen (Zertifikatbesitzer genannt) wird Zertifikatvertrauensliste (CTL: Certificate Trust List) genannt. Weitere Informationen finden Sie in dem MSDN-Artikel Überprüfung des Vertrauens in Zertifikate.

Was hat das Problem verursacht?
Microsoft ist sich aktiver Angriffe bewusst, bei denen nicht autorisierte digitale Zertifikate verwendet werden, die von einer Microsoft-Zertifizierungsstelle abgeleitet wurden. Mit einem nicht autorisierten Zertifikat können Inhalte nachgeahmt, Phishingangriffe oder Man-in-the-Middle-Angriffe durchgeführt werden. Dieses Problem betrifft alle unterstützten Versionen von Microsoft Windows.

Was kann ein Angreifer über diese Sicherheitsanfälligkeit erreichen?
Ein Angreifer kann mit diesen Zertifikaten Inhalte nachahmen, Phishingangriffe oder Man-in-the-Middle-Angriffe durchführen.

Was ist ein Man-in-the-Middle-Angriff?
Ein Man-in-the-Middle-Angriff tritt auf, wenn ein Angreifer die Kommunikation zwischen zwei Benutzern durch den Computer des Angreifers umleitet, ohne dass die beiden kommunizierenden Benutzer davon wissen. Jeder Benutzer in der Kommunikation sendet unbewusst Datenverkehr an den Angreifer und erhält Datenverkehr von diesem, während er die ganze Zeit denkt, nur mit dem beabsichtigten Benutzer zu kommunizieren.

Was unternimmt Microsoft, um zur Behebung dieses Problems beizutragen?
Wir haben den Speicher für nicht vertrauenswürdige Zertifikate aktualisiert, um das Vertrauen in die betroffenen Microsoft-Zertifizierungsstellen zu entfernen.

Wie kann ich nach der Installation des Updates die Zertifikate im Speicher für nicht vertrauenswürdige Zertifikate von Microsoft überprüfen?
Weitere Informationen zum Anzeigen von Zertifikaten finden Sie in dem MSDN-Artikel Gewusst wie: Anzeigen von Zertifikaten mit dem MMC-Snap-In.

Überprüfen Sie im MMC-Snap-In „Zertifikate“, ob die folgenden Zertifikate dem Ordner Nicht vertrauenswürdige Zertifikate hinzugefügt wurden:

ZertifikatVeröffentlicht vonFingerabdruck
Microsoft Enforced Licensing Intermediate PCAMicrosoft Root Authority2a 83 e9 02 05 91 a5 5f c6 dd ad 3f b1 02 79 4c 52 b2 4e 70
Microsoft Enforced Licensing Intermediate PCAMicrosoft Root Authority3a 85 00 44 d8 a1 95 cd 40 1a 68 0c 01 2c b0 a3 b5 f8 dc 08
Microsoft Enforced Licensing Registration Authority CA (SHA1)Microsoft Root Certificate Authorityfa 66 60 a9 4a b4 5f 6a 88 c0 d7 87 4d 89 a8 63 d7 4d ee 97

Für alle unterstützten Versionen von Microsoft Windows

Die Mehrheit der Benutzer hat die automatische Aktualisierung aktiviert und muss keine Maßnahmen ergreifen, da das Update KB2718704 automatisch heruntergeladen und installiert wird. Benutzer, die die automatische Aktualisierung nicht aktiviert haben, müssen auf Updates prüfen und dieses Update manuell installieren. Weitere Informationen zu bestimmten Konfigurationsoptionen bei der automatischen Aktualisierung finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 294871.

Für Administratoren und für Installationen in Unternehmen bzw. für Endbenutzer, die das Update KB2718704 manuell installieren möchten, empfiehlt Microsoft, das Update sofort mit Updateverwaltungssoftware zu installieren bzw. mithilfe des Dienstes Microsoft Update auf Updates zu prüfen. Weitere Informationen zum manuellen Installieren des Updates finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 2718704.

Zusätzlich empfohlene Handlungen

  • Schützen Sie Ihren PC

    Wir raten unseren Kunden auch weiterhin, die Anleitungen unter „Schützen Sie Ihren PC“ zu befolgen, also eine Firewall zu aktivieren, regelmäßig die Software zu aktualisieren und Antivirussoftware zu installieren. Mehr zu diesen Vorsichtsmaßnahmen erfahren Sie unter Schützen Sie Ihren Computer.

    Weitere Informationen zur Sicherheit im Internet finden Sie im Microsoft-Sicherheitsportal.

  • Halten Sie Microsoft-Software auf dem neuesten Stand

    Benutzer, die Microsoft-Software ausführen, sollten die neuesten Sicherheitsupdates von Microsoft installieren, um den größtmöglichen Schutz des Computers zu erzielen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Software auf dem neuesten Stand ist, besuchen Sie die Website Microsoft-Update, lassen Sie Ihren Computer auf verfügbare Updates überprüfen, und installieren Sie alle angezeigten Updates mit hoher Priorität. Wenn Sie automatisches Aktualisieren aktiviert und darauf konfiguriert haben, Updates für Microsoft-Produkte bereitzustellen, werden Ihnen die Updates geliefert, sobald sie veröffentlicht werden. Sie sollten aber überprüfen, ob sie installiert sind.

Weitere Informationen:

Microsoft Active Protections Program (MAPP)

Um den Sicherheitsschutz für Benutzer zu verbessern, stellt Microsoft den wichtigsten Sicherheitssoftwareanbietern vor der monatlichen Veröffentlichung der Sicherheitsupdates Informationen zu Sicherheitsanfälligkeiten bereit. Anbieter von Sicherheitssoftware können diese Informationen zu Sicherheitsanfälligkeiten dann verwenden, um Benutzern aktualisierten Schutz über ihre Sicherheitssoftware oder ihre Geräte bereitzustellen, z. B. Antivirus, netzwerkbasierte Angriffserkennungssysteme oder hostbasierte Angriffsverhinderungssysteme. Wenn Sie erfahren möchten, ob von den Sicherheitssoftwareanbietern aktiver Schutz verfügbar ist, besuchen Sie die von den Programmpartnern bereitgestellte Active Protections-Websites, die unter MAPP-Partner (Microsoft Active Protections Program) aufgeführt sind.

Feedback

  • Sie können uns Ihr Feedback über das Formular Kundendienst/Kontakt auf der Microsoft-Website „Hilfe und Support“ mitteilen.

Support

  • Technischer Support ist über den Security Support erhältlich. Weitere Informationen zu verfügbaren Supportoptionen finden Sie auf der Microsoft-Website „Hilfe und Support“.
  • Kunden außerhalb der USA erhalten Support bei ihren regionalen Microsoft-Niederlassungen. Weitere Informationen dazu, wie Sie Microsoft in Bezug auf Supportfragen kontaktieren können, finden Sie auf der Website Internationale Hilfe und Support.
  • Auf der Microsoft-Website TechNet Sicherheit werden zusätzliche Informationen zur Sicherheit in Microsoft-Produkten zur Verfügung gestellt.

Haftungsausschluss

Die Informationen in dieser Empfehlung werden wie besehen und ohne jede Gewährleistung bereitgestellt. Microsoft schließt alle anderen Garantien, gleich ob ausdrücklich oder konkludent, einschließlich der Garantien der Handelsüblichkeit oder Eignung für einen bestimmten Zweck aus. In keinem Fall kann Microsoft Corporation und/oder deren jeweilige Lieferanten haftbar gemacht werden für Schäden irgendeiner Art, einschließlich direkter, indirekter, zufällig entstandener Schäden, Folgeschäden, Folgen entgangenen Gewinns oder spezieller Schäden, selbst dann nicht, wenn Microsoft Corporation und/oder deren jeweilige Lieferanten auf die mögliche Entstehung dieser Schäden hingewiesen wurde. Weil in einigen Staaten/Rechtsordnungen der Ausschluss oder die Beschränkung einer Haftung für zufällig entstandene Schäden oder Folgeschäden nicht gestattet ist, gilt die obige Einschränkung eventuell nicht für Sie.

Revisionen

  • V1.0 (3. Juni 2012): Die Empfehlung wurde veröffentlicht.
  • V1.1 (13. Juni 2012): Die Empfehlung wurde überarbeitet, um Benutzer darüber zu benachrichtigen, dass Geräte mit Windows Mobile 6.x, Windows Phone 7 und Windows Phone 7.5 nicht von dem Problem betroffen sind.

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