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Integrieren des Lastenausgleichs in VMM-Dienstvorlagen

Rayne Wiselman|Zuletzt aktualisiert: 28.03.2017
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Gilt für: System Center 2016 – Virtual Machine Manager

Lesen Sie diesen Artikel, um zu erfahren, wie Sie den Windows-Netzwerklastenausgleich (Network Load Balancing, NLB) und Hardwarelastenausgleich in Dienstvorlagen von System Center 2016 – Virtual Machine Manager (VMM) integrieren.

Dienstvorlagen gruppieren VMs, um eine App bereitzustellen. Sie enthalten Informationen zu einem Dienst, einschließlich der als Teil des Diensts bereitgestellten VMs, der auf VMs installierten Anwendungen sowie der zu verwendenden Netzwerkeinstellungen. Sie können VM-Vorlagen, Netzwerkeinstellungen, Anwendungen und Speicher zu einer Dienstvorlage hinzufügen.

Dienstvorlagen können eine oder mehrere Ebenen aufweisen. Ein Ein-Ebenen-Dienst enthält eine VM, die als bestimmte App verwendet wird. Ein Mehr-Ebenen-Dienst enthält mehrere VMs. Weitere Informationen

Einrichten des Lastenausgleichs für eine Dienstebene

Mithilfe des Lastenausgleichs können Sie die Anforderungslast der VMs einer Dienstebene ausgleichen. Sie können einen Hardwarelastenausgleich implementieren oder sich für NLB entscheiden, um einen Roundrobinlastenausgleich bereitzustellen.

Zum Hinzufügen des Lastenausgleichs müssen die folgenden Schritte ausgeführt werden:

  • Sicherstellen, dass logische Netzwerke konfiguriert sind. Den logischen Netzwerken sollten Netzwerkstandorte zugeordnet sein. Diese Netzwerkstandorte sollten über mindestens ein zugeordnetes Subnetz verfügen, um statische IP-Adresspools zu erstellen. Zusätzlich sollte jeder Netzwerkstandort mit der Hostgruppe verknüpft sein, in der der Dienst bereitgestellt wird.
  • Erstellen eines IP-Adresspools für die logischen Netzwerke. Der IP-Pool muss einen reservierten Bereich virtueller IP-Adressen umfassen, die für den Lastenausgleich zugewiesen werden können. Die statischen IP-Adresspools müssen für den Lastenausgleich und für die virtuellen Maschinen eingerichtet werden, für die der Lastenausgleich konfiguriert wird. Sie können aus dem gleichen Pool oder aus unterschiedlichen Pools stammen. Für die virtuellen Maschinen werden jedoch sowohl VIPs als auch IP-Adressen benötigt.
  • Erstellen von VM-Netzwerken zusätzlich zu logischen Netzwerken.
  • Erstellen von VIP-Vorlagen: Eine VIP-Vorlage (virtuelle IP) enthält Einstellungen mit Lastenausgleich für einen bestimmten Typ von Netzwerkdatenverkehr. Nachdem Sie eine VIP-Vorlage erstellt haben, können Sie diese beim Einrichten des Lastenausgleichs in einer Dienstvorlage angeben.
  • Einrichten des Hardwarelastenausgleichs: Wenn Sie den Hardwarelastenausgleich in einer Dienstvorlage aktivieren möchten, müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden.
  • Einrichten von NLB: Wenn kein Hardwarelastenausgleich verwendet werden soll, können Sie NLB verwenden. Es müssen bestimmte Anforderungen und Einschränkungen berücksichtigt werden.

Erstellen von VIP-Vorlagen

  1. Klicken Sie in der VMM-Konsole auf Fabric > Netzwerk > VIP-Vorlagen.
  2. Klicken Sie auf Startseite > Anzeigen > Fabric-Ressourcen > Erstellen > VIP-Vorlage erstellen.
  3. Geben Sie in Assistent für VIP-Vorlage des Lastenausgleichsmoduls > Name den Vorlagennamen und eine Beschreibung ein. Geben Sie in VIP-Port den Port für den Typ von Netzwerkdatenverkehr an, für den ein Lastenausgleich durchgeführt werden soll. Beispiel: Port 443 für HTTPS-Datenverkehr. Geben Sie in Back-End-Port das Portal an, über das der Back-End-Server auf Anforderungen lauscht.
  4. Führen Sie für Typ folgende Schritte aus:

    • Zur Verwendung von NLB klicken Sie in der Herstellerliste auf Microsoft und in Modell auf Microsoft-Netzwerkcontroller.
    • Zur Verwendung des Hardwarelastenausgleichs klicken Sie auf Generisch, um eine Vorlage für alle unterstützten hardwarebasierten Load Balancer zu erstellen. Klicken Sie auf Spezifisch, um eine Vorlage für einen spezifischen Load Balancer zu erstellen, und geben Sie dann den Hersteller und das Modell an.
  5. Klicken Sie in Protokoll auf das Protokoll, für das Sie die VIP-Vorlage erstellen möchten.

    • Bei Auswahl von HTTPS müssen Sie das Ende des Datenverkehrs angeben.
    • Wählen Sie HTTPS-Passthrough, um den Datenverkehr an die VM zu übermitteln, ohne ihn zu entschlüsseln.
    • Wählen Sie HTTPS beenden, um den HTTPS-Datenverkehr auf dem Load Balancer zu beenden und zu entschlüsseln. Mit dieser Option erhält der Load Balancer mehr Informationen, z. B. Cookies und Header. Zur Verwendung dieser Option geben Sie den Antragstellernamen eines Zertifikats auf dem Load Balancer an, das für die HTTPS-Authentifizierung verwendet werden kann. Mit dieser Option können Sie Erneut verschlüsseln aktivieren, um den HTTPS-Datenverkehr erneut zu verschlüsseln, der vom Load Balancer an die VM übertragen wird.
    • Wählen Sie Benutzerdefiniert, um TCP, UDP oder beide Optionen anzugeben.
  6. Aktivieren Sie in Persistenz die Option Persistenz aktivieren, um eine beständige Clientsitzung einzurichten (Affinität). Bei Festlegung dieser Einstellung versucht der Load Balancer immer, denselben Client an dieselbe VM zu leiten. Grundlage für diese Einstellung sind die angegebene Quell-IP-Adresse und die Subnetzmaske sowie die Ziel-IP-Adresse und weitere Parameter, die abhängig vom Protokoll variieren.

  7. In Integritätsmonitore können Sie optional festlegen, dass die Überprüfung in regelmäßigen Intervallen für den Load Balancer ausgeführt werden soll. Zum Hinzufügen eines Integritätsmonitors geben Sie das Protokoll und die Anforderung an. Bei Eingabe des Befehls GET ? wird z. B. eine HTTP GET-Anforderung an die Startseite des Load Balancers gesendet, um das Vorhandensein einer Headerantwort zu überprüfen. Sie können auch den Antworttyp sowie das Überwachungsintervall, den Timeoutwert und die Anzahl von Wiederholungen ändern. Beachten Sie, dass der Timeoutwert kleiner als der Intervallwert sein muss.
  8. Wählen Sie in Lastenausgleich aus, welche Lastenausgleichsmethode verwendet werden soll. Sie können konfigurieren, dass neue Verbindungen basierend auf der geringsten Anzahl von Verbindungen oder basierend auf der schnellsten Antwortzeit geleitet werden. Sie können auch die Roundrobinmethode oder eine benutzerdefinierte Methode verwenden, die der Load Balancer unterstützt. Bei Aktivierung von NLB wählen Sie Roundrobin.
  9. Überprüfen Sie die Einstellungen auf der Seite Zusammenfassung, und klicken Sie auf Fertig stellen. Das Dialogfeld Aufträge wird angezeigt. Warten Sie, bis der Status Abgeschlossen angezeigt wird. Prüfen Sie dann im Bereich VIP-Vorlagen, ob die Vorlage angezeigt wird.

Einrichten des Hardwarelastenausgleichs

Richten Sie den Hardwarelastenausgleich wie folgt ein:

  • Abrufen eines Konfigurationsanbieters: Um einen unterstützten hardwarebasierten Load Balancer hinzuzufügen, müssen Sie einen Konfigurationsanbieter herunterladen und installieren, der vom Hersteller des Load Balancers bereitgestellt wird. VMM unterstützt aktuell den Brocade ServerIron ADX-Load Balancer-Anbieter und den Citrix NetScaler-Load Balancer-Anbieter. Der Anbieter ist ein VMM-Plug-In, das VMM-PowerShell-Befehle für die Load Balancer-API übersetzt. Nach der Installation des Anbieters sollte der VMM-Dienst neu gestartet werden (net stop scwmmservice > net start scvmmservice).
  • Einrichten eines Kontos: Erstellen Sie ein VMM-RunAs-Konto mit den Anmeldeinformationen eines Benutzers, der über die Berechtigungen zum Konfigurieren des heruntergeladenen Load Balancers verfügt.
  • Hinzufügen des Load Balancers zu VMM: Hardwarebasierte Load Balancer werden mithilfe des Assistenten zum Hinzufügen von Lastenausgleichsmodulen zu VMM hinzugefügt.

Hinzufügen des hardwarebasierten Load Balancers zu VMM

Bei der Ausführung des Assistenten wählen Sie die Hostgruppen aus, für die der Lastenausgleich verfügbar ist. Außerdem geben Sie das Load Balancer-Modell, die Adresse und den Port für die Verwaltung des Load Balancers, die Affinität für das logische VMM-Netzwerk und den Konfigurationsanbieter an. Anschließend wird die Verbindung getestet. Sie müssen den Hardwarelastenausgleich konfigurieren, bevor Sie einen Dienst bereitstellen. Nach der Bereitstellung des Diensts kann kein Load Balancer hinzugefügt werden.

  1. Klicken Sie auf Fabric > Netzwerk > Lastenausgleichsmodule > Fabric-Ressourcen > Startseite > Hinzufügen > Ressourcen hinzufügen > Lastenausgleich.
  2. Wählen Sie in Assistent zum Hinzufügen von Lastenausgleichsmodulen > Anmeldeinformationen das RunAs-Konto mit den Anmeldeinformationen für den Lastenausgleich aus.
  3. Wählen Sie in Hostgruppe alle Hostgruppen aus, in denen der Dienst bereitgestellt wird. Die Hosts sollten auf den Load Balancer zugreifen können. Darüber hinaus sollte auf dem Host ein physischer Netzwerkadapter für die Verwendung desselben logischen Netzwerks wie die Dienstebene konfiguriert werden.
  4. Wählen Sie die geeigneten Einträge in Hersteller und Modell aus.
  5. Geben Sie in Adresse die IP-Adresse und den FQDN oder die NetBIOS-Namen des Load Balancers an. Geben Sie den Port an, an dem der Load Balancer auf Anforderungen lauscht.
  6. Geben Sie in Affinität im logischen Netzwerk die Affinität für logische Netzwerke an. Beachten Sie dabei Folgendes:

    • Für Front-End-Affinität geben Sie das logische Netzwerk an, von dem der Load Balancer seine VIP bezieht. Die VIP ist die IP-Adresse, die dem Load Balancer bei der Bereitstellung in einer Dienstvorlage zugewiesen wird.
    • Für Front-End-Affinität bestimmt VMM basierend auf den logischen Netzwerken die statischen IP-Adresspools, auf die vom Load Balancer und der relevanten Hostgruppe zugegriffen werden kann.
    • Bei Auswahl von logischen Netzwerken für Front-End-Affinität sollte der zugeordnete Netzwerkstandort mit dem reservierten VIP-Adressbereich für die Hostgruppen verfügbar sein, die dem Load Balancer zu sind.
    • Für Back-End-Affinität wählen Sie die logischen Netzwerke aus, denen Sie den Load Balancer für ausgehende Verbindungen der virtuellen Maschinen einer Dienstebene zur Verfügung stellen möchten.
  7. Klicken Sie in Anbieter auf den Lastenausgleichsanbieter. Klicken Sie auf Testen, um die Konfiguration zu überprüfen.

  8. Prüfen Sie die Einstellungen in Zusammenfassung, und klicken Sie auf Fertig stellen. Das Dialogfeld Auftrag wird geöffnet. Warten Sie, bis der Status Abgeschlossen angezeigt wird, und überprüfen Sie in der Spalte Anbieter, ob der Anbieter aktiv ist.

Einrichten von NLB

NLB wird automatisch für den Lastenausgleich in VMM aufgenommen. Wenn Sie eine NLB-VIP-Vorlage eingerichtet haben, sind keine weiteren Aktionen erforderlich. Beachten Sie jedoch Folgendes:

  • NLB kann nicht verwendet werden, wenn VM-Netzwerke mit Netzwerkvirtualisierung konfiguriert sind.
  • NLB kann nicht für Dienstebenen mit Linux-VMs verwendet werden.

Aktivieren des Lastenausgleichs

  1. Wenn die Dienstvorlage nicht geöffnet ist, klicken Sie auf Bibliothek > Vorlagen > Dienstvorlagen, und öffnen Sie sie.
  2. Klicken Sie auf Aktionen > Designer öffnen.
  3. Klicken Sie im Dienstvorlagen-Designer auf die Gruppe Dienstvorlagenkomponenten und auf Lastenausgleichsmodul hinzufügen.
  4. Klicken Sie auf das Load Balancer-Objekt. Sie erkennen es anhand des VIP-Vorlagennamens.
  5. Klicken Sie auf Tool > Connector. Klicken Sie auf die Serververbindung, die der Vorlage zugeordnet ist, und klicken Sie dann auf ein NIC-Objekt, um den Load Balancer mit dem Adapter zu verbinden. Überprüfen Sie in den NIC-Eigenschaften die Adresstypen, und prüfen Sie, ob die MAC-Adresse statisch ist.
  6. Klicken Sie bei aktiviertem Connector auf die Clientverbindung, die dem Load Balancer zugeordnet ist, und klicken Sie dann auf das Objekt des logischen Netzwerks.
  7. Speichern Sie die Dienstvorlage in Dienstvorlage > Speichern und überprüfen.

Einrichten der Hardware-VIP für den Benutzerzugriff

Wenn der Dienst bereitgestellt wird, wird von VMM automatisch eine VIP aus dem reservierten Bereich im statischen IP-Adresspool ausgewählt und der Dienstebene mit Lastenausgleich zugewiesen. Damit sich Benutzer mit dem Dienst verbinden können, müssen Sie nach der Bereitstellung des Diensts die VIP bestimmen und einen DNS-Eintrag für diese VIP konfigurieren.

  1. Klicken Sie nach der Bereitstellung des Diensts auf Fabric > Netzwerk > Lastenausgleichsmodule.
  2. Klicken Sie auf Anzeigen > Dienst > Lastenausgleichsinformationen für Dienste, und erweitern Sie den Dienst, um die zugewiesene VIP anzuzeigen.
  3. Fordern Sie die manuelle Erstellung eines DNS-Eintrags für die VIP durch den Administrator an. Der Eintrag sollte dem Namen entsprechen, den Benutzer für die Verbindung mit dem Dienst angeben. Beispiel: servicename.contosol.com.
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